Kitze im Kreiselmäher
19.05.2008 | 16:59 Uhr 2008-05-19T16:59:00+0200Warum flüchten Rehkitze nicht, wenn sich ihnen ein Kreiselmäher nähert?
Kreis Olpe. (wp) Wenn das Gras auf Wiesen und Weiden in Saft und Kraft steht, werden die Kreiselmäher in Aktion treten - und damit droht Lebensgefahr für das Jungwild. Aber warum flüchten die Tiere nicht vor der Gefahr? Junge Rehe sind, ebenso wie Hasen, Nestflüchter. Schon kurz nach der Geburt können sie sich selbstständig fortbewegen und der Mutter folgen. In den meisten Fällen verharren die Jungtiere aber an dem Ort, an dem die Ricke sie abgelegt hat. Das ruhige Liegenbleiben ist ihr bester Schutz. Die Kreisjägerschaft richtet daher einen Appell an alle Spaziergänger: „Fassen Sie gefundene Kitze nie an, das Muttertier würde durch die menschliche Witterung zurückschrecken und das Kitz möglicherweise nicht mehr annehmen.” Nur bei Mähwerken greift dieser Schutzmechanismus nicht. Selbst ausgewachsene Rehe werden gelegentlich beim Mähen grausam verstümmelt. Einige Landwirte haben ihre Mähtechnik umgestellt, indem sie von innen nach außen mähen. „Das Wild entfernt sich vorsichtig vor dem herannahenden Geräusch des Treckers und wird in Richtung Waldrand gelenkt, wo es sich in Sicherheit bringen kann”, so die Kreisjägerschaft. Im anderen Fall wird durch das kreisförmige Mähen nach innen der Rückzugsraum immer kleiner, die Entfernung zum schützenden Dickicht immer größer. Verluste beim Jungwild können durch Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Jagdpächtern vermieden werden. In der Regel werden die Bauern ihrer Verantwortung gerecht und informieren die Jäger rechtzeitig über den Mähtermin. Dann können Vorkehrungen getroffen werden. Am Vorabend des Mähens werden die Weiden etwa durch Duftstoffe „verstänkert”, auch aufgestellte Scheuchen bringen die Ricken dazu, ihre Jungen aus den gefährdeten Gebieten wegzuführen. Wenn dann kurz vor Einsatz der landwirtschaftlichen Geräte die Wiesen von den Jägern abgesucht werden, woran sich wie in Drolshagen jährlich Schulkinder mit Begeisterung beteiligen, ist das Risiko für die Tiere auf ein Minimum gesunken. Natürlich profitieren nicht nur Rehe, sondern auch andere Wildtiere von diesen Schutzmaßnahmen. An Spaziergänger mit Hunden appellieren die Jäger: „Lassen Sie Ihre Hunde nie abseits von Wegen unangeleint laufen.”
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