Kirchhundem schafft den geforderten Haushalts-Ausgleich

Kirchhundem..  Was noch Anfang Januar kaum ein Bürger in Kirchhundem für möglich hielt: Mit dem gestrigen Ratsbeschluss und der Verabschiedung des in Einnahmen und Ausgaben ausgeglichenen Haushaltes für das laufende Jahr schafft die Gemeinde Kirchhundem nach fünf Jahren den Ausstieg aus der Haushalts-Sicherung.

Mit den Stimmen von CDU, UK und Grünen wurde das umfangreiche Zahlenwerk verabschiedet, in dem noch bis zur letzten Minute Änderungsvorschläge eingearbeitet wurden, lediglich die SPD stimmte mit vier Fraktionsmitgliedern gegen den Etat. Im Dezember hatte ein prognostiziertes Defizit von rund 1,7 Millionen Euro Bürgermeister Reinéry und Kämmerer Middelhoff zu drastischen Vorschlägen bewogen, die einen Sturm der Entrüstung auslösten und schließlich am 8. Januar in einem regelrechten Tribunal mit mehr als 400 Bürgerinnen und Bürgern in der Hauptschulaula endete (wir berichteten).

Durchbruch

An gleicher Stelle gelang gestern dann nach wochenlange, teil interfraktionellen Gesprächen, der endgültige Durchbruch. Höhere Einnahmen und teilweise starke Kürzungen sorgten schließlich für ein Zahlenwerk, das am Ende sogar einen „Überschuss“ von knapp 40 000 Euro am Jahresende ausweist.
Vor rund 60 ZuhörerInnen nutztendie Fraktionschefs von CDU, SPD, UK und Grünen die Gelegenheit, in bis zu 45-minütigen Etatreden (Färber) ihre Positionen darzustellen. Einige war man sich, dass die von der Verwaltung geplante Gewerbesteuer von 512 Punkten absolut untragbar sei. 440 wollte man - bis auf die SPD. Die wollte 458. Genau so hoch wie die Grundsteuer B. Die UK plädierte gar auf eine Absenkung der „Immobilien-Steuer“ auf 420 Punkte, schloss sich aber der CDU an, die den Verwaltungsvorschlag (480) auf 460 Punkte senken wollte.

Irritationen

In den letzten Tagen war es nach ursprünglichem Konsens zu Irritationen zwischen den Fraktionen gekommen. Und so wunderte es nicht, dass es angesichts der Zuschauerzahl zu gegenseitigen Vorwürfen kam.

„Entscheidend ist letztendlich nicht, wer Schuld hat, sondern dass etwas getan wird“, wollte Anne Szymczak einen Schlussstrich gezogen wissen. Und so richtete der Rat dann auch den Blick in die Zukunft.

Gekürzte Zuwendungen an Vereine, Kooperation mit Lennestadt, ein Holzverkauf von knapp 190 000 Euro, Hallenbenutzungsgebühren, Einsparungen bei der Musikschule, Verkauf von gemeindliche Immobilien usw. Die Streich- und Liste höherer Erträge war ellenlang. Jetzt zum Paket geschnürt. Um das Ziel zu erreichen: Raus aus der Haushaltssicherung.