Kinderhospizverein - Aus Idee ist große Bewegung geworden

Der Kinderhospizverein feierte gestern mit einem Festakt in der Olper Stadthalle sein 25-jähriges Bestehen.
Der Kinderhospizverein feierte gestern mit einem Festakt in der Olper Stadthalle sein 25-jähriges Bestehen.
Foto: WP / Kranz
Was wir bereits wissen
Der Weg zur Stadthalle wurde den 730 Gästen des Festaktes von den grünen Bändern des Kinderhospizvereins gewiesen. Und die grünen Bänder spielten auch bei den Schülerinnen und Schülern des Freiherr-von-Stein-Gymnasiums Lünen eine Rolle. Sie bekamen am Dienstag in der Olper Stadthalle den deutschen Kinderhospizpreis..

Olpe.. 25 Jahre Kinderhospizverein waren ein Grund zum Feiern, für Rückschau und Ausblick. Und so hatte sich der Verein mit Sitz in Olpe im Vorfeld viel Mühe gegeben, einen gelungenen Festakt auf die Beine zu stellen, wie Vereins-Geschäftsführer Martin Gierse und Vorstandsmitglied Sabine Dartenne betonten.

Sie begrüßten die Gäste an einem „großen Tag für Olpe“, wie Bürgermeister Horst Müller betonte, der an die atemberaubende Geschwindigkeit erinnerte, mit der aus einer Idee das Kinderhospiz geworden sei, und an den Olper Werner Weber, Mitinitiator des Vereins.

Bewegender Auftritt

„Ich verneige mich vor der Kraft der Gründerfamilien“, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Er versprach, die Regierung wolle Hospizarbeit und Palliativversorgung ausbauen und bat um Anregungen „wie wir das machen können“. In einer Gesprächsrunde mit Anneliese Raschper und Dr. Richard Volk (Gründungsmitglieder des Vereins), Judy Machiné (betroffene Mutter), Jasmin Schwiers, Schauspielerin und Botschafterin des Vereins, und Sister Frances Dominica aus Oxford wurde daran erinnert, dass der Kinderhospizgedanke aus England kommt. In Oxford seien mittlerweile 1500 Ehrenamtliche im Einsatz erzählte Sister Frances, die sich an die Anfänge der Kinderhospizarbeit erinnerte.

Kinderhospiz „Balthasar“ Bewegend war der Auftritt der kleinen Luca, die selbst lebensverkürzend erkrankt ist, von ihren Kopfschmerzen sprach und davon, dass ihr Musik und der Glaube helfen würden, was auch in ihrem Lied „Du bist bei mit, du gehst mit mir“ zum Ausdruck kam. Ob sie denn nervös sei, weil ihr so viele Leute zuhören würden, wollte Moderator Phil Stauffer wissen und erhielt als Antwort ein klares Nein. Vom langen Applaus am Ende aber war Luca offensichtlich doch etwas überrascht - und glücklich.

Für die musikalische Gestaltung des Nachmittags hatte zu Beginn eine Gruppe von Kindern mit dem Musikpädagogen Hans-Jörg Meyer und den Botschaftern des Kinderhospizvereins gesorgt.

„Wander-Preis“

Die Mezzosopranistin Angelika Wied-Thöne trug zwei Arien vor, der frischgebackene Botschafter des Hospizvereins, Gregor Meyle, zwei Lieder (eins davon mit Jasmin Schwiers).

Die Preisträger des Abends stellte Fußball-Nationalspieler Jens Nowotny vor. Die Schülervertretung der Freiherr-von-Stein-Gymnasiums in Lünen setzt sich seit 2006 für den Kinderhospizverein ein. Seitdem ist die Idee weiter gewachsen, haben sich andere Schulen des Ortes an Aktionen beteiligt und leisten so eine enorme Öffentlichkeitsarbeit, wie Nowotny betonte. Im vergangenen Jahr kamen bei einem Sponsorenlauf 27 045 Euro für den Verein zusammen. Auf der Bühne wanderte der Preis bei zahlreichen Schülern von Hand zu Hand.

Ganz normale Eltern

Eigentlich möchten sie am liebsten „ganz normale Eltern sein“ meinte einer der Gäste. Aber das ist gar nicht so einfach. So erzählte Judy Machiné von ihrem 18-jährigen Sohn, der aufgrund seiner Erkrankung liegend transportiert werden muss. Er wollte unbedingt in einem Elektronikmarkt DVDs kaufen. Als er die Aufmerksamkeit der vielen Menschen dort bemerkte, sagte er: „Einmal glotzen 10 Euro.“

Geglotzt wurde am Dienstag nicht. Aber gestaunt. Über die Kreise, die eine Idee gezogen hat, die vor 25 Jahren geboren wurde, und einen rundum gelungenen Festakt.