Kinder hetzen täglich zur Schule hinauf Die Tücken des neuen Schülerfahrverkehrs
11.09.2008 | 17:41 Uhr 2008-09-11T17:41:25+0200Bamenohl. Wieder eine Geschichte von der Schülerfahrverkehrsfront, diesmal aus Bamenohl und Finnentrop. Betroffen sind diejenigen Schüler, die das Städtische Gymnasium in Altenhundem besuchen.
Dort beginnt der Unterricht neuerdings um 7.40 Uhr. Für die Fahrschüler aus der Gemeinde Finnentrop bedeutet das: früh aufstehen und den Bus nicht verpassen.
Denn dieser Bus hat es eilig. Um 7.11 Uhr startet er am Zentrum in Finnentrop, fünf Minuten später muss er an der Bamenohler Straße stehen. Zwischendurch gibt es drei weitere Haltestellen: am Schee, in der Mark und an der Killeschlade. An jeder dieser Haltestellen steigen Schüler ein, der Bus kann es also in fünf Minuten gar nicht hinunter nach Bamenohl schaffen. "Das schafft man nämlich nicht einmal mit dem Auto", so Achim Henkel aus Bamenohl, der die Situation seit Wochen beobachtet.
Also wurden die Haltestellen Mark und Schee kurzerhand gestrichen, auf seinem Weg vom Zentrum nach Bamenohl hält der Bus jetzt nur noch an der Killeschlade. Für viele Kinder bedeutet das: noch früher aufstehen, denn der Weg zur Bushaltestelle ist weiter geworden. Und der Bus hat es immer noch eilig: Um 7.32 Uhr soll er laut Fahrplan am Krankenhaus in Altenhundem sein, von dort aus müssen die Schüler in acht Minuten den Berg zum Gymnasium hinauf hetzen, um gerade mit dem ersten Gongschlag den Klassenraum zu erreichen.
Neulich, berichtete Achim Henkel, stand eine Englischarbeit auf dem Stundenplan. In der ersten Stunde. Niemand weiß, warum der Busfahrer in Grevenbrück plötzliche wendete und nach Finnentrop zurückfuhr. Angeblich hatte er dort einige Kinder übersehen. "Doch als er an der Haltestelle eintraf, war niemand mehr da", so Henkel.
Der Bus setzte sich erneut Richtung Altenhundem in Bewegung, die Schüler erschienen 20 Minuten zu spät zur Englischarbeit.
Das mag eine Ausnahme gewesen sein, doch das Zeitfenster, das Schüler und Bsufahrer haben, ist ja grundsätzlich äußerst knapp bemessen. "So ein paar Minuten mehr Luft, gerade bei immer möglichen Baustellen, schlechtem Wetter etc., würden zu einer für alle erträglichen Lösung führen", schlägt Henkel vor.
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