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Nach der Finanzkrise

Kfz-Zulieferer hoffen auf baldige Normalisierung

23.10.2008 | 16:43 Uhr

"Alles, nur keine Panik", gibt Jürgen Hillesheim, Geschäftsführer des Attendorner Automobilzulieferers Gedia, als Marschrichtung aus.

Attendorn. Mit der Devise „Alles, nur keine Panik” beschrieb Gedia-Geschäftsführer Jürgen Hillesheim gestern auf Anfrage der WP die Marschrichtung der heimischen Kfz-Zulieferer. Die gigantischen Übertreibungen der Finanzmärkte und an den Börsen dürften nicht Vorbild der Unternehmen sein: „Auf keinen Fall darf es Hauruck-Aktionen geben.”

Richtig sei, dass auch die hiesigen Unternehmen von kurzfristigen Rückgängen betroffen seien, „aber das federn wir durch weiche Maßnahmen wie das Abschmelzen der Stundenpolster ab.” Eine Analyse des Fahrzeugprogramme ergebe ein durchaus differenziertes Bild. Auch in der Krise agierten unterschiedliche Hersteller unterschiedlich erfolgreich und vor allem neue Modelle behaupteten sich immer noch recht gut, während bei vier oder fünf Jahre alten Modellen schon Rückgänge zu spüren seien. Hillesheim hofft, dass sich in zwei oder drei Monaten die Märkte halbwegs beruhigt und die Verbraucher wieder Vertrauen gefasst haben: „Es ist doch verständlich, dass ich in einer Zeit, in der jeden Tag Hiobsbotschaften verkündet werden, den Kauf eines neuen Autos hintansetze.” Schwierig würde die Situation für die Kfz-Zulieferer, wenn sich die Absatzkrise bis weit in das kommende Jahr hineinziehen würde, oder sich die großen Automobilkonzerne angesichts der Kaufzurückhaltung dazu entschließen würden, die Markteinführung neuer Modell um ein bis zwei Jahre zu verschieben: „Das”, so Hillesheim, „wäre für uns der Worst Case.”  Den Nachfrageeinbruch bei Pkw dokumentiert auch eine Blitzumfrage des Automotive-Netzwerks Südwestfalen. Der rückläufige Neufahrzeug-Absatz in den USA und Europa - im September acht Prozent weniger Zulassungen - schlägt sich auch in den Auftragsbüchern nieder. Bei mehr als zwei Dritteln der Unternehmen hat sich die Auftragslage seit dem Sommer verschlechtert, bei 20 Prozent sogar besonders gravierend. Weil eine gewisse Beruhigung nach dem Boom hier und dort ganz recht kommt, fällt die Bewertung der Geschäftslage insgesamt noch befriedigend aus.

Gunnar Steinbach

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