Kevin Stöcker als Double am Filmset

Eddie the Eagleund der Langeneier Kevin Stöcker.
Eddie the Eagleund der Langeneier Kevin Stöcker.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Kevin Stöcker aus Langenei hat mit Hugh Jackman gegessen und mit Eddie the Eagle gesprochen. Er ist am Set eines Films über das Leben des „schlechtesten Skispringers aller Zeiten“ Double des Hauptdarstellers.

Langenei..  Für den Langeneier Skispringer Kevin Stöcker wurde ein Traum Realität. Zu rechten Zeit am richtigen Ort bot sich dem 21-Jährigen die Möglichkeit, in einem Film mit Hugh Jackman mitzuspielen. Im Film über den britischen Kult-Skispringer „Eddie, the Eagle“ war Kevin das Filmdouble des Hauptdarstellers Taron Eggerton. Warum ausgerechnet er diese Chance geboten bekommen hat und wie sich Hollywood-Stars hinter den Kulissen so geben? Wir haben mit Kevin Stöcker gesprochen.

Wie haben sich die Hollywood-Wochen für Sie angefühlt?

Stöcker: Die Zeit hat einfach riesig Spaß gemacht, vor allem die Zeit nach Drehschluss mit den Schauspielern. Sie alle haben absoluten Respekt davor, was wir machen – genauso wie umgekehrt. Das Springen fasziniert sie alle. Die Stars waren total bodenständig, man konnte jederzeit mit ihnen reden.

Wie war denn der Umgang mit den Hauptdarstellern um Taron Eggerton und Hugh Jackman?

Stöcker: Sehr freundlich. Es war witzig, weil Taron und Hugh versucht haben, Deutsch zu sprechen. Da haben wir mitunter echt viel zu lachen gehabt. Abgesehen davon haben sich die Hauptdarsteller sehr für uns und den Skisport interessiert. Ich hab einmal für zirka zehn Minuten mit Hugh beim Essen gesprochen, sehr persönlich und vor allem über meine Stürze und die schwere Zeit danach. Das hat ihn sehr beeindruckt. Er selbst hat erzählt, auch mal gerne Skifahren zu wollen, fühlt sich dafür aber zu alt (lacht).

Sie haben auch Eddie getroffen, auf dessen Leben die Geschichte des Films beruht. War der Kontakt mit ihm ähnlich?

Stöcker: Ja, das Treffen mit Eddie war für mich das Emotionalste. Ihn zu treffen überhaupt, hat mich sehr gefreut und beeindruckt. Es bewegt ihn sehr, dass ein Film über ihn gedreht wird. Es nimmt ihn mit, da die ganze alte Zeit wieder hochkommt, wenn er die alten Klamotten wiedersieht. Eddy ist sehr sympathisch, nett und ein total lustiger Kerl.

Wie sind Sie überhaupt dazu gekommen, mitzuspielen und diese vielen Leute kennenlernen zu dürfen?

Stöcker: Angefangen hat alles beim Skisprung-Weltcup in Willingen. Da hat mich mein Trainer Michael Schmidt angesprochen, ob ich nicht Lust hätte bei einem Filmdreh mitzumachen. Er hat mich dann an die Kontaktperson weitergeleitet und ich wurde zu einem Trainingslehrgang nach Klingenthal eingeladen. Ich bin hingefahren, um was zu erleben. Da kam dann auch sofort das Kamerateam dazu. Zum zweiten Trainingslehrgang in Garmisch einige Wochen später wurden uns dann die Verträge vorgelegt. Für den dreiwöchigen Dreh habe ich Urlaub genommen.

Dein Tag am Set bestand aber nicht nur aus Sprüngen: Wie sah der Tagesablauf aus?

Stöcker: Die Tage waren alle unterschiedlich. Meistens bin ich um 8 Uhr aufgestanden, war dann um 9 Uhr an der Schanze, um mich warm zu machen und die Skier zu präparieren. Vor Drehbeginn war ich in der Garderobe und in der Maske. Um 10 Uhr ging es los. Die Sprünge waren Training für mich und jede Menge Material für den Film. Gegen Mittag wurde der Dreh beendet. Je nach Wetterlage haben wir dann auch nachmittags nochmal gedreht oder freiwillig am Set geholfen, um im Geschehen zu sein und zu bleiben. Da habe ich dann tolle und wichtige Eindrücke rund um das Set gesammelt und mich mit dem ein oder anderen Kollegen ausgetauscht. Nach dem Abendessen hatten wir noch Zeit, um auszugehen. Wir haben die freie Zeit aber eher selten als Freizeit genutzt.

Und wie sah es finanziell aus?

Stöcker: Für mich war das Geld nebensächlich, ich wollte einfach Spaß haben. Für mich war es wichtig, Sicherheit nach der langen Pause nach den Stürzen zu sammeln. Vor allem war die Erfahrung mit der Parallelsprung-Technik eine schöne Gelegenheit.

Was bedeutet diese Erfahrung?

Stöcker: Es war schön, so viele Leute aus so vielen Nationen kennengelernt zu haben. Es waren mit die drei schönsten Wochen meines Lebens – aber auch die chaotischsten, weil es einfach unplanbar war, mit dem Wetter zum Beispiel. Ich hoffe, nochmal bei einer solchen Sache dabei sein zu können und hoffe, die Leute nochmal wiederzusehen. Mit Einigen bin ich immer noch in Kontakt.

Christopher Stolz