Keine Patentlösung in Sicht

Unfallschwerpunkt L 512 beim Bigge-Grill. Bei gutem Wetter ein gern genutztes Ruheplätzchen für Motorradfahrer. Leider passieren immer wieder Unfälle, die den Straßen- und Verkehrsämtern Sorgen machen.
Unfallschwerpunkt L 512 beim Bigge-Grill. Bei gutem Wetter ein gern genutztes Ruheplätzchen für Motorradfahrer. Leider passieren immer wieder Unfälle, die den Straßen- und Verkehrsämtern Sorgen machen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
In der Olper Bruchstraße/Ecke Droste-Hülshoffstraße, aber auch am Bigge-Grill passieren auf der L 512 noch zu viele Unfälle. Aber was dagegen tun?

Olpe/Attendorn..  Unfall-Häufungspunkte, also die Stellen im Verkehr, an denen besonders viele und schwere Unfälle passieren, sind für Verkehrs-Behördler verständlicherweise unverträgliche Kost: Entweder muss für teures Geld gebaut werden, oder - und das kommt auch vor: „Da ist einfach noch keine Lösung in Sicht“, wie Eberhard Zimmerschied vom Landesbetrieb Straßenbau einräumt. Zwei typische Beispiele auf der L 512:

1. Dort, wo man in Olpe von der viel befahrenen Bruchstraße auf die Droste-Hülshoff-Straße abbiegen kann - etwa in Höhe der star--Tankstelle.

2. Kurz hinter der Dumicketalbrücke, wo Motorradfahrer vor dem Bigge-Grill gerne Rast machen.

Kategorie 1 bis 4 heißt „schwer“

Das Straßenstück Bruchstraße/Droste-Hülshoff-Straße war 2013 schon mal Unfallhäufungspunkt, aber auch 2014 krachte es eigentlich zu oft.

Wann ist eine solche Stelle aber eigentlich Unfallhäufungspunkt, fragten wir den Fachdienst Straßenverkehr des Kreises?

„Das ist er, wenn dort drei „schwere Unfälle der Kategorie 1 bis 4 in einem Jahr geschehen“, klärt Thomas Becker auf. Insgesamt krachte es 2013 fünfmal, zweimal nur „leicht“ (Kategorie 5).

Und was bedeuten die Unfallkategorien?

Kategorie 1 ist ein Unfall mit Todesfolge, Kategorie 2 mit mindestens einem schwer Verletzten (incl. Transport ins Krankenhaus), Kategorie 3 mit mindestens einem leicht Verletzten, Kategorie 4 mit „hohem Sachschaden“ (Fahrzeug nicht mehr fahrbereit).

Das (Fast-)Allheilmittel „Kreisel“ kann in beiden Fällen nicht verordnet werden: „Zu wenig Platz oder zu großer Aufwand“, rümpft Eberhard Zimmerschied die Nase. Als Grund für die Auffahr-Unfälle in Olpe wird das Interesse der Autofahrer an der Tankstelle vermutet: Wer tanken will, bremst ab, der ,Hintermann’ hat anderes im Sinn - und schon rumst es. Aber: „Wir können die Tankstelle ja nicht versetzen“, zuckt Zimmerschied die Schultern.

Noch mehr Bauchschmerzen macht ihm der Haltepunkt Biggegrill an der L 512 ein paar km weiter Richtung Attendorn: „Wenn schönes Wetter ist, herrscht da irrer Betrieb, vor allem durch Motorrad-Fahrer, die von der L 512 abfahren oder drauf.“ 2014 krachte es siebenmal, fünfmal schwer (Kategorie II bis IV), 2011 sogar zehnmal - viermal schwer.

Zimmerschied: „Wir haben auch schon die Uni Siegen gebeten, sich was einfallen zu lassen, jedoch ergebnislos.“ Letzte Möglichkeit: Abbiegeverbot aus Richtung Attendorn. Aber zu diesem drastischen Mittel wolle man noch nicht greifen.

Kreisel entschärft Situation grundlegend

Der eindeutigste Unfall-Häufungspunkt der vergangenen Jahre war die Kreuzung L 512/Einmündung L 563 am Sonderner Kopf. Dort, so Thomas Becker vom Fachdienst Straßenverkehr, habe es in einem einzigen Jahr „bis zu 50 Unfälle gegeben.“

Häufig dann, wenn Autofahrer von der Talbrücke gekommen seien, um auf die viel befahrene L 512 abzubiegen, was dann unter Missachtung der Vorfahrt misslungen sei.

Die Lösung: der Kreisel. Seitdem, wie an vielen anderen Stellen mit Kreiseln auch, sei der Unfallpunkt wirksam entschärft.