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Keine Partnerschaft mit Operndorf

23.01.2015 | 18:13 Uhr
Keine Partnerschaft mit Operndorf
Der verstorbene Regisseur Christoph Schlingensief war initiator des Projekts Operndorf in Burkina Faso.Foto: Privat

Attendorn.   Ein privat organisierter Intiativkreis soll anstatt einer Städtepartnerschaft im traditionellen Sinn das Operndorf in Burkina Faso unterstützen.

In die Diskussion um eine Partnerschaft zwischen Attendorn und dem Operndorf in Burkina Faso ist wieder Bewegung gekommen. Nach Gesprächen mit Vertretern der Festspielhaus Afrika GmbH und anderen schlägt die Verwaltung dem Rat vor, die Bildung eines Initiativkreises „Operndorf Afrika“ zu unterstützen.

Im Anschluss an die erste Informationsveranstaltung im Frühjahr 2014 hatten Vertreter von Schulen, Banken, Industrie und kulturtragenden Vereinen Interesse an einem Kontakt mit dem Operndorf bekundet und ihre Bereitschaft erklärt, an dem Thema weiter mitzuarbeiten. Unter Bürgermeister Christian Pospischil ist die Verwaltung bereit, „das Ziel einer Kontaktaufnahme“ weiter zu verfolgen, eine „traditionelle Städtepartnerschaft“ könne mittelfristig aber nicht erfolgen.

Städtepartnerschaft unrealistisch

Alternativen skizzierte Ulrich Held von der „Servicestelle Kommunen in der Einen Welt“ aus Bonn. Auch er vertritt die Auffassung, dass eine Städtepartnerschaft derzeit unrealistisch sei, weil sie auf beide Seiten administrative Rahmenbedingungen voraussetze, die beim Operndorf noch nicht gegeben seien. Dieses umso mehr, als die gesamtpolitische Lage nach dem Putsch im vergangenen Oktober unübersichtlich sei.

Daher sollten Kontakte zum Operndorf zuerst auf einer „zivilgesellschaftlichen Ebene“ hergestellt werden, die Stadt die Rolle der organisatorischen Unterstützerin spielen.

Ob sich daraus später auch ein administrativer Kontakt entwickele, sei noch nicht abzusehen. Ulrich Held regte an, über bestimmte Themenfelder Kontakt zum Operndorf zu finden. Diese Themenfelder könnten „Bildung“, „Kultur“, „Gesundheit“ und „Wasser“ sein.

Interessen bündeln

Gemeinsam mit Elke Czech, Projektinitiatorin aus Lennestadt, soll kurzfristig ein Initiativkreis „Operndorf Afrika“ gegründet werden, der die bestehen Interessen strukturiert und bündelt. Zu einer ersten Sitzung lädt Bürgermeister Christian Pospischil am 23. Februar ein.

„Die augenblicklich vorrangigen Ziele“, so heißt es in der Ratsvorlage, „lauten kennenlernen und Kontaktaufnahme.“

Integrationsinstrument

Daran, dass die Unterstützung einer solchen Initiative durch die Stadt sinnvoll sei, lässt die Vorlage keinen Zweifel: „Viele Beispiele bereits aktiver Kommunen belegen, dass Partnerschaftsprojekte ein gutes Integrationsinstrument für die Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen bilden und damit zur besseren örtlichen Integration von Migranten führen; sie tragen positiv dazu bei, auch vor Ort Migranten besser zu verstehen und in Kontakt zu treten. Auslandsbeziehungen führen in der öffentlichen Wahrnehmung zu einem internationalen und weltoffenen Image der Kommune und verschaffen langfristig einen Standortvorteil im globalen Wettbewerb.“

Gunnar Steinbach

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2015-01-23 18:13
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