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Kein Nachtreten bei Bürgerschützen

24.02.2008 | 14:17 Uhr

Finnentrop. (pr) Mit gut 140 Teilnehmern war die Jahreshauptversammlung des Bürgerschützenverein Finnentrop am Samstagabend außerordentlich gut besucht.

Der Grund lag auf der Hand: Neuwahlen des Vorstandes und hier besonders die Neubesetzung des Postens des 1. Vorsitzenden. Seit Mitte Dezember war der Bürgerschützenverein nach den Querelen um die Unterschlagungen von Vereinsgeldern durch den Ex-Vorsitzenden Stefan Wintersohle ohne ersten Mann an der Spitze. Den Vorsitz übernahm in der für den Verein schweren Zeit der 2. Vorsitzende Heinz-Josef Schröder (die WR berichtete).

Wer mit emotionsgeladener Atmosphäre oder gar wutentbrannten Äußerungen der Mitglieder gerechnet hatte, sah sich getäuscht. Ruhig und sachlich arbeiteten sich die Bürgerschützen durch die Tagesordnung und wählten den 53-jährigen Bernhard Sieler zu ihrem neuen 1. Vorsitzenden: Einstimmig bei zwei Enthaltungen. In ihren Ämtern bestätigt wurden 2. Vorsitzender Heinz-Josef Schröder, 2. Schriftführer Wilfried König sowie der Beisitzer Nr. 3 Heinz Ruhrmann. Der bisherige 1. Kassierer Wolfgang Wiethoff stellte aus gesundheitlichen Gründen sein Amt zur Verfügung, was von Bernhard Sieler sehr bedauert wurde: "Schade, dass mir der Wolfgang von der Fahne gegangen ist." Zum Nachfolger wählte die Versammlung den bisherigen 2. Kassierer Dirk Vollmer. Der 30-jährige Sparkassenangestellte wurde für die Dauer von einem Jahr gewählt, was der Amtsperiode seines zurückgetretenen Vorgängers entspricht. Der 29-jährige Christian Ruhrmann wurde als neuer 2. Kassierer in die frei gewordene Position gewählt. Zum Beisitzer Nr. 4 wurde der 31-jährige Lehrer Sebastian Hatzfeld gewählt. Rechnungsprüfer Kai Hoffman bleibt durch Wiederwahl im Amt. Auch die Offiziere Christopher Schulte, Günter Frings, Bernd Pape, Günter Pape und Klaus Büttel wurden bestätigt.

In seinem Jahresbericht 2007 rekapitulierte Heinz-Josef Schröder das wohl dunkelsten Kapitel in der Vereinsgeschichte. Allerdings gab es auch Positives zu berichten wie über den Kino-Neustart der Schützenhof-Lichtspiele und das Schützenfest 2007.

Über die Entlastung des gesamten Vorstandes wurde ausnahmsweise per Einzelabstimmung entschieden. Allen Vorstandsmitgliedern aus 2007 wurde von der Versammlung Entlastung erteilt, nur dem ehemaligen 1.Vorsitzenden Stefan Wintersohle wurde sie auf Grund der Veruntreuungen verweigert. Es wurde ein Brief von Wintersohle an den Verein verlesen, in dem er nochmals sein Verhalten bedauerte, seinen Austritt bekundete und dem Verein für die Zukunft alles Gute wünschte. Ein danach gestellter Antrag eines Versammlungsteilnehmers auf Ausschluss von Wintersohle wurde vom neuen Schützenchef Sieler abgeschmettert: "Er ist kein Mitglied mehr und kann somit nach meiner Auffassung auch nicht ausgeschlossen werden. Alles andere wäre ein unwürdiges Nachtreten und das möchte ich nicht. Ich spreche mich dagegen aus, auch im Hinblick auf die Resozialisierung innerhalb der Familie."

Abgeschlossen ist der Fall für den Schützenverein indes noch nicht. Man will weiterhin alle Geschäftsvorgänge zurückliegender Jahre unter die Lupe nehmen. Sollten dabei weitere "Privatentnahmen" bekannt werden, ist der Verein auf jeden Fall aus dem Schneider, denn Stefan Wintersohle hat laut Vorstand ein Papier unterzeichnet, in dem er sich bereit erklärt, für alle von ihm durch Veruntreuung verursachten Fehlbeträge aufzukommen. So kann er, falls bei weiteren Untersuchungen neue Fälle hinzukommen, auch in Zukunft noch in Regress genommen werden.

Am Ende gab es noch eine Hiobsbotschaft für die Schützen: Laut Außendienstmitarbeiter der Brauerei Veltins ist mit einer Bierpreiserhöhung zum kommenden Schützenfest zu rechnen.

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