Kein Lampenfieber beim Theater-Debüt

Franziska Fischer (rechts) in Aktion auf der Bühne.
Franziska Fischer (rechts) in Aktion auf der Bühne.
Foto: WP
Martin Hageböck und Franziska Fischer feiern auf der Bühne der „Ostentroper Scala“ ihre Premiere auf den Brettern, die die Welt bedeuten.

Ostentrop..  „Der Wiesenwalzen Skandal“, ein Schwank in drei Akten von Bernd Gombold, sorgt auch in der 36. Spielzeit des Theatervereins für ausverkaufte Vorstellungen in der „Ostentroper Scala“, dem Saal des Gasthofs Melcher.

Aus Hintergrund ins Rampenlicht

Die Schauspieler haben richtig Lust, auf der Bühne zu stehen, und das Publikum honoriert ihr Spiel mit Applaus und schallendem Lachen. Das freut besonders Martin Hageböck und Franziska Fischer, denn sie sind in dieser Spielzeit zum ersten Mal mit dabei. Dabei ist Martin Hageböck kein Neuling im Theaterverein, doch er fungierte bisher mehr im Hintergrund. Jahrelang ist er für die Pressearbeit rund um die Aufführungen zuständig. „Zweimal war ich auch schon als Statist auf der Bühne. Das muss Anfang der 90er Jahre gewesen sein“, erinnert sich Hageböck, der in diesem Jahr den Bauern Fritz spielt.

Keine Spur von Lampenfieber

Für Franziska Fischer ist es das erste Mal, dass sie in der Ostentroper Scala zu sehen ist. „Ich wollte immer schon mal mitspielen, habe das auch kundgetan, doch erst im letzten Jahr hat mich die Truppe gefragt, ob ich mitmachen will. Da habe ich keine Minute gezögert.“

Lampenfieber haben beide nicht. „Wieso auch? Selbst wenn man sich mal verspricht oder einen Hänger hat: davon geht die Welt nicht unter. Außerdem ist Martin meine geistige Stütze“, lacht Franziska Fischer und verschwindet auf die Bühne. Sie spielt eine Verkäuferin in der Genossenschaft und erwischt später Martin Hageböck alias Bauer Fritz beim Klauen. Beiden merkt man nicht an, dass es ihr erstes Mal ist. Locker, souverän und mit viel Spaß fügen sie sich hervorragend in das Ensemble ein.

„Manchmal hatte ich beim Text lernen kleine Probleme“, gibt Martin Hageböck zu. „Dann wurden aus 15 Fässern Most mal eben 15 Liter Most.“ Aber beide haben eine gute Hilfe gefunden. „Wir haben das Stück auf Band gesprochen und wie ein Hörbuch immer, wenn es ging, abgespielt; im Auto oder zuhause. Dadurch hat man das Stück präsent und lernt die eigene Rolle viel leichter.“

Im Lagerhaus treibt der korrupte Geschäftsführer Hubert (Michael Stell) sein Unwesen. Über dunkle Kanäle bezieht er hoch giftige Pflanzenschutzmittel, die schon längst verboten sind, und verkauft sie den Bauern. Der junge Lagerhausverwalter Peter (Ludger Schmidt) weigert sich, das Gift zu verkaufen. Mit Wissen von Verkäuferin Susi (Franziska Fischer) füllt er die Spritzmittel in den Bauch der großen Wiesenwalze und füllt die Giftflaschen wieder mit Apfel- und Traubensaft auf.

Die Bauern haben den Schwindel noch nicht bemerkt und spritzen fleißig Fruchtsaft auf ihre Felder. Doch dann landet der giftige Inhalt der Walze in einem Zuchtkarpfenteich, woraufhin alle Fische verenden. Das ruft die Staatsgewalt in Person von Polizist Norbert (Josef Wurm) auf den Plan.