Kegelschwestern machen Jagd auf alle Neune

Die Fidelen: Marita Kümhof, Helma Büttner, Mathilde Petras, Wilma Entrup, Gertrud Reising, Elsbeth Hanses, Marlies Rinscheid und Anni Schulte (v.l).
Die Fidelen: Marita Kümhof, Helma Büttner, Mathilde Petras, Wilma Entrup, Gertrud Reising, Elsbeth Hanses, Marlies Rinscheid und Anni Schulte (v.l).
Foto: Barbara Sander-Graetz
Was wir bereits wissen
Vor 50 Jahren kamen zwölf junge Ehefrauen auf die Idee, etwas zusammen zu unternehmen. Zusammen mit Walburga Müller zogen sie daraufhin samt Kinderwagen durchs Dorf, sprachen die anderen Frauen an und gründeten den Kegelclub „Die Fidelen“.

Heggen..  Vor 50 Jahren kamen zwölf junge Ehefrauen auf die Idee, etwas zusammen zu unternehmen. „Wir kannten uns alle, waren junge Mütter, Freundinnen oder Nachbarn“, erinnert sich Marita Kümhof. Zusammen mit Walburga Müller zogen sie daraufhin samt Kinderwagen durchs Dorf, sprachen die anderen Frauen an und gründeten den Kegelclub „Die Fidelen“.

Der ist nun ein halbes Jahrhundert alt und sich nach wie vor jugendlicher Vitalität erfreut. Acht Mitglieder zählt die muntere Schar, die sich alle zwei Wochen immer montags auf der Kegelbahn im Lindenbaum trifft und Jagd auf „alle Neune“ macht. „Nur an Weihnachten und Schützenfestmontag lassen wir die Kugel mal ruhen“, ergänzt Anni Schulte.

In den Sauerländer Hof

Zunächst wurde im Sauerländer Hof gekegelt. Als der seine Pforten schloss, trafen sich die Frauen bei „Konny“ Wilmes. Aber Konny ging vor 13 Jahren in den Ruhestand. „Da sind wir in den Lindenbaum ausgewandert“, so Gertrud Reising. „Mit Walburga Müller, Hedwig Klein und Thea Schulte sind drei Frauen aus unserer Gründungsversammlung inzwischen verstorben und Tille Wildhack ist in andere Städte verzogen“, erzählt Elsbeth Hanses. „Daher sind wir heute noch acht Frauen.“ Neue Kegelschwestern sind nicht hinzugekommen. „Wir hatten vereinbart, dass neue Mitglieder nur aufgenommen werden, wenn alle dafür sind. In den 50 Jahren gab es aber nicht einmal einen Antrag für ein Neumitglied, der einstimmig angenommen wurde. So sind wir unter uns geblieben.“

„Bis die Letzte überbleibt“

Das hat der Gruppe aber nicht geschadet, im Gegenteil. Die Frauen zwischen 74 und 81 Jahren verbindet eine lebenslange Freundschaft. Die wurde auch auf Kegeltouren gestärkt.

„Wir sind die Mosel und den Rhein rauf und runter gefahren und haben so ziemlich alle Orte da besucht. Wir waren auch in Österreich, der Schweiz, München und Berlin“, zählt Helma Büttner auf. „Spaß hatten wir überall.“ Freude und unbeschwertes Beisammensein bestimmen die Kegelabende. Und daher ist es keine Frage, wie lange sie noch kegeln wollen:

„Bis die Letzte überbleibt“, so Anni Schulte, „oder bis der Rollator oder die Rollstühle nicht mehr auf die Kegelbahn passt“, lachen die Frauen, heben ihr Sektglas und stoßen an zum Jubiläum.