Kattfiller - Letzter Veilchendienstagszug für Thomas Dolanc

Seit vielen Wochen ist Thomas Dolanc regelmäßig in der Wagenbauerhalle und informiert sich über den Stand der Arbeiten.
Seit vielen Wochen ist Thomas Dolanc regelmäßig in der Wagenbauerhalle und informiert sich über den Stand der Arbeiten.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Nach 18 Jahren, in denen er für die Attendorner Karnevalszüge verantwortlich war, hört der Zugleiter der Kattfiller und Chef der Wagenbauer auf.

Attendorn.. Seit 18 Jahren ist Thomas Dolanc als Zugleiter erster Ansprechpartner der Attendorner Wagenbauer und damit verantwortlich für den Kinderzug am Rosenmontag und den großen Veilchendienstagszug. In dieser Zeit hat der Vize-Präsident der Karnevalsgesellschaft „Die Kattfiller“ an unzähligen Besprechungen mit Behörden und Sitzungen mit seinen Wagenbaugruppen teilgenommen.

Die 54. Wagenbauer-Sitzung am Sonntag im „Hotel zur Post“, bei der traditionell die Auslosung der Zugnummern erfolgt, war für Thomas Dolanc die letzte in dieser Funktion. Der Kommunalbeamte hört in diesem Jahr als Zugleiter und auch als Vizepräsident der Karnevalsgesellschaft auf. „Ich mache den Weg frei für den Generationswechsel in unserem Haufen“, lacht Dolanc und verweist darauf, dass er mit seinen 51 Jahren inzwischen der Älteste im stark verjüngten Elferrat ist.

„Gemeinsam haben wir viel bewegt“, bedankte sich Thomas Dolanc am Ende der dritten und letzten Sitzung dieser Session bei den Wagenbauern. Die spendeten ihrem langjährigen närrischen „Chef“ für seine akribische Arbeit und seinen nimmermüden Einsatz minutenlangen Beifall.

Zugaufstellung am Computer

Zum gemütlichen Teil konnte der scheidende Zugleiter am Sonntag aber nicht übergehen. Denn nachdem alle Wagenbaugruppen ihre Startnummern für den Veilchendienstag gezogen haben, geht die eigentliche Arbeit für Thomas Dolanc und seine Mitstreiter los. Dazu gehört auch sein Vor-Vorgänger Richard Korte, auf den er sich „immer verlassen kann“.

Die endgültige Aufstellung für den Veilchendienstagszug wird von dem 51-Jährigen längst am PC erledigt und ist eine närrische Wissenschaft für sich. Hinter oder vor welche Wagen werden die in diesem Jahr zehn Musikkapellen eingeordnet? Wo laufen die immerhin 25 teilnehmenden Garden? Wo kommen die Solo-Fußgruppen ohne eigenen Wagen hin?

Flut von Vorschriften

Die Zusammenstellung des wieder einmal „größten Karnevalszuges in Südwestfalen“ mit 1 822 teilnehmenden Personen ist für Thomas Dolanc längst zu einem närrischen Vollzeitjob geworden. Dazu kommt in diesem Jahr noch die neue Verkehrsführung durch die Innenstadt. Die „einschneidendste Veränderung“, sagt der scheidende Zugleiter, ist aber die Flut an Vorschriften, Auflagen und notwendigen Genehmigungen für eine Großveranstaltung wie den Attendorner Veilchendienstagszug, der jedes Jahr Zehntausende Zuschauer in die Hansestadt zieht.

„Nach der Loveparade-Katastrophe von Duisburg hat sich alles geändert“, berichtet Thomas Dolanc. „Es gibt immer mehr Auflagen, nicht nur von den Kommunen. Alles wird auf die kleinen Vereine abgeladen“, hat es der Zugleiter mittlerweile mit einem 111 Seiten umfassenden Sicherheitskonzept zu tun.

Herausforderung Konfettikanone

Die „größte Herausforderung“ ist und bleibt für Dolanc die Teilnahme der weltgrößten „Konfettikanone“, die den Veilchendienstagszug traditionell anführt. Teilweise bis Rosenmontag musste der Zugleiter schon auf die Zusagen der Behörden warten. So bedarf es unter anderem einer Schwertransportgenehmigung des Kreises Olpe, einer Ausnahmegenehmigung der Bezirksregierung Arnsberg und der Abnahme durch den TÜV.

Mittlerweile sieht Thomas Dolanc die „Schmerzgrenze erreicht“. Bei allem Verständnis für nötige Sicherheitsauflagen. „Noch mehr Auflagen würden dem Karneval noch mehr schaden. Irgendwann bleibt dann der Spaß auf der Strecke“, befürchtet der 51-Jährige. Dabei hat der Beamte der Stadtverwaltung Attendorn noch das Glück, dass er im Rathaus manches auf dem kurzen Dienstweg erledigen kann.