Kampf um Baugebiet Vogelwarte II geht weiter

Altenhundem..  In der unendlichen Geschichte der Baugebiete Vogelwarte I und II in Altenhundem wurde mit einer Informationsveranstaltung auf der Hohen Bracht, zu der der Kreis Olpe den Landschaftsbeirat eingeladen hatte, ein neues Kapitel geschrieben.

Zentrale Frage, so die Grünen-Kreistagsfraktion: Handelt es sich beim Baugebiet Vogelwarte II um ein Projekt von überwiegend öffentlichem Interesse oder nicht? „Bei dieser zur Rede stehenden Fläche handelt es sich um ein höchst schutzwürdiges Gebiet in Ortsrandlange von Altenhundem. In mehreren Gutachten wurde die Naturschutzwürdigkeit dieser Fläche festgestellt, unter anderem, weil dort ein großes Vorkommen der streng geschützten Schlingnatter, die in NRW als besonders gefährdet gem. Roter Liste gilt, anzutreffen ist.“

Lennestadts Umweltbeauftragter Dr. Droste relativiert: Weil das Plangebiet II hohes ökologisches Potenzial aufweise, habe man immense Ausgleichsmaßnahmen festgeschrieben. Ähnlich wie im Gebiet I habe auch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) der städtischen Begutachtung zugestimmt. Das Vorkommen der Schlingnatter im Lande sei übrigens wohl doch größer als zunächst angenommen.

Öffentliches Interesse?

Den Vorwurf der Grünen, die Stadt Lennestadt besitze angeblich ein öffentliches Interesse daran, hochwertige Bauplätze für eine besonderes Klientel auszuweisen und lasse gleichzeitig die anderen Ortschaften ausbluten, um das Zentrum Altenhundem zu stärken, will Bürgermeister Hundt so nicht stehen lassen: „Wir verfolgen ein stadtweites Konzept. Angesichts der demografischen Entwicklung haben wir ganz bewusst keine weiteren Baugebiete ausgewiesen. Für Altenhundem wurde das Gebiet „Unter den Förden“ aufgegeben. In Vogelwarte II sollen lediglich fünf Häuser entstehen können.“ Nur die Grünen hätten sich damals im Rat dagegen entschieden. CDU und SPD hätten geschlossen für das Projekt der Investoren nach einer Reduzierung von 8 auf 5 Häuser, der Zusage des freien Blicks auf den Lehrbienenstand, des offenen Siepens, einer transparenten Bebauung und der Schaffung eines ökologischen Ausgleichs im Stadtgebiet gestimmt.

Ausgleichsmaßnahmen

Vogelwarte II sollte laut Grünen durch verschiedene Maßnahmen aufgewertet werden, um so die „nicht vermeidbaren Beeinträchtigungen und Schäden an der Natur, die durch das Baugebiet Vogelwarte I entstanden, zu kompensieren. Das wurde bis heute nicht umgesetzt.“

Nach Recherchen unserer Zeitung wurden 90 Prozent der Ausgleichsmaßnahmen für das Gebiet I bereits im Jammertal umgesetzt, die restliche 10 Prozent (Buchen im Birkey) erfolgen in den nächsten Wochen. Dr. Droste: „Der Ausgleich für das Gebiet II macht doch erst dann Sinn, wenn eine endgültige Entscheidung über das Projekt vorliegt.“