KAB sagt Missbrauch von Werkverträgen den Kampf an

Kreis Olpe/Siegen..  Zum Bezirkstag trafen sich die Delegierten der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) aus dem Bezirk Olpe-Siegen in Freudenberg. Gastgeber war die KAB St. Marien.

Zu Beginn feierten KAB-Bezirkspräses Pfarrer Reinhard Lenz und Heribert Ferber, KAB-Präses im Pastoralen Raum Kirchhundem, mit den Delegierten eine Hl. Messe in der Pfarrkirche zum Thema der KAB-Bundeskampagne „Sinnvoll leben“. In seiner Predigt ging Pfarrer Lenz auf die Frage ein, wie sinnvolles Leben für alle gelingen kann. Sinnvolles Leben für alle zu schaffen, sei Auftrag der menschlichen Gemeinschaft, des christlichen Glaubens und des verbandlichen Handelns der KAB.

Der KAB-Bezirksvorsitzende Peter Thesing aus Olpe begrüßte den Vorsitzenden des KAB-Bezirksverbandes Paderborn-Höxter, Konrad Nagel-Strotmann, als Referent des Tages. Bezug nehmend auf das apostolische Schreiben von Papst Franziksus „Evangelii gaudium“ informierte der engagierte KABler über eine Initiative seines Bezirksverbandes gegen die Missstände bei Werkverträgen.

Sklavenähnliche Zustände

Wie Papst Franziskus deutlich ausspreche, sei die Ungleichverteilung der Einkünfte die Wurzel aller sozialen Übel. Die Handhabung vieler Werkverträge fördere das Lohndumping und führe zu menschenunwürdigen Lebens- und Arbeitsbedingungen. Am Beispiel eines Großschlachtbetriebs im Oldenburger Land erläutere Nagel-Strotmann die Situation vieler Werkvertragsbeschäftigten: „Viele Werkverträge basieren auf sklavenähnlichen Zuständen, die man im Mitteleuropa des 21. Jahrhunderts nicht vermuten würde“, erklärte der Theologe und Sozialpädagoge, und: Den Missbrauch von Werkverträgen ließen sich die Unternehmen vielfach mit öffentlichen Leistungen wie Hartz-IV-Aufstockung, Kindergeld und Wohngeld subventionieren.

Der KAB-Bezirksverband Paderborn-Höxter hat zusammen mit Gewerkschaften und weiteren Arbeitnehmervertretungen ein Netzwerk für Menschenwürde in der Arbeitswelt gegründet, um einen gerechten Umgang mit Arbeitnehmern sicherzustellen. So setzen sich die Arbeitnehmervertreter für einen armutsfesten gesetzlichen und tarifvertraglichen Mindestlohn sowie eine Begrenzung der Werkverträge ein, um systematischen Missbrauch von Werkverträgen zu verhindern.

Der KAB-Bezirksverband Olpe-Siegen schloss sich auf seinem Bezirkstag der Petition an. Das Vorgehen gegen die missbräuchliche Nutzung von Werksverträgen soll im neuen Jahr zu einem Schwerpunkt der Verbandsarbeit werden.