Jugendliche und Langzeitarbeitslose gehören zu den Ausnahmen

Zum Thema Mindestlohn beantwortete die Chefin der Agentur für Arbeit Siegen/Olpe, Dr. Bettina Wolf aus Olpe, die Fragen unserer Zeitung.

Frage: Ab 1. Januar 2015 gilt der Mindestlohn. Wo greift er genau?

Dr. Bettina Wolf: Grundsätzlich ist der Mindest-Stundenlohn von 8,50 Euro ab diesem Jahr gültig, bis 31. Dezember 2017 sind Ausnahmen möglich, wenn diese in einem Tarifvertrag geregelt sind. Zudem gibt es eine befristete Sonderregelung für ­Zeitungszusteller.

Heißt das im Klartext: 8,50 Euro, ab 2018 ohne Wenn und Aber?

Einige Ausnahmen gibt es. Das betrifft Jugendliche unter 18 Jahren, die keine Ausbildung abgeschlossen haben, aber auch für Auszubildende. Betroffen sind darüber hinaus Personen, die im Ehrenamt tätig sind und eine Aufwandsentschädigung bekommen. Der Mindestlohn gilt auch nicht für Schüler- und Studentenpraktika oder solchen, die zu Ausbildungen gehören.

Politisch heftig diskutiert wurde auch die Regelung für Langzeitarbeitslose.

Ja, hier gilt: Der Mindestlohn greift nicht für Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten nach Wiederaufnahme einer ­Beschäftigung. Danach gilt er.

Werden auch diese Ausnahmen nach 2017 wieder wegfallen?

Nein, das soll so bestehen bleiben, auch über 2017 hinaus.

Befürchten Sie negative Auswirkungen des Mindestlohns auf den Arbeitsmarkt im Kreis Olpe?

Wir beobachten sehr sorgfältig die Entwicklung im Bereich des Handels. Es gab bereits im vergangenen Jahr Hinweise darauf, dass es dort zu Arbeitslos-Meldungen gekommen ist, die mit dem Thema Mindestlohn in Verbindung stehen könnten. Es gibt aber zu diesem Thema noch keine verbindliche Analyse.