Jetzt doch Denkmalschutz für Frankfurter Straße 20

Olpe..  Es war schon so etwas wie eine Überraschung, als gestern im Bauausschuss der Stadt CDU-Fraktionschef Peter Weber den Antrag stellte, das Haus in der Frankfurter Straße 20 unter Denkmalschutz zu stellen. In der Sitzungsvorlage war nämlich noch vorgesehen, genau das abzulehnen. obwohl das Denkmalamt sich eindeutig für die Unterschutzstellung ausgesprochen hatte.

Weber machte deutlich, dass die Stadt eine rege Bautätigkeit erlebe, was sicher positiv sei. aber auch Teile des historischen Stadtbildes verloren gingen. „Wir müssen“, so der Bürgermeisterkandidat der CDU, „da ein Gleichgewicht herbeiführen“ mit dem Ziel. Gebäude möglichst zu erhalten.

Weber ging noch weiter. Er forderte, die Denkmalbereichssatzung für den Bereich um den Marktplatz von einem Fachbüro überarbeiten zu lassen, im Ausschuss vorzustellen und mit den Bürgern zu diskutieren.

Volker Reichel, SPD-Fraktionschef im Olper Rat, stimmte Weber zu. Die Stadt verliere mehr und mehr ihr Gesicht. Diese Kritik werde ihm immer wieder von Bürgern zugetragen. Man müsse auf jeden Fall bedenken, dass der Innenstadtbereich eine historische Epoche der Stadt repräsentiere.

Uwe Schmidt (UCW) stimmte Webers Antrag zu und erklärte, er setze sich für Bausubstanz ein, die das Stadtbild präge.

Gretel Kemper war „begeistert von den Wortmeldungen“. Die sachkundige Bürgerin war nämlich davon ausgegangen, dass sie „kämpfen müsste“. „Der Heimatverein ist sehr froh, wenn Sie diese Entscheidung treffen.“

Getroffen wurde sie dann auch - mit nur einer Gegenstimme. Martin Moseler (FDP) konnte zwar der Überarbeitung der Denkmalbereichssatzung noch zustimmen, dem Denkmalschutz für das Haus Frankfurter Straße 20 aber nicht.

Weber räumte abschließend zwar ein, dass mit dieser Entscheidung in das Eigentumsrecht eingegriffen werde - die Volksbank hatte geplant, das Gebäude abzureißen und in ähnlicher Form neu aufzubauen (wir berichteten). Man müsse aber auch das öffentliche Interesse sehen. Und der Denkmalschutz bedeute ja nicht, dass im Inneren des Gebäudes nichts mehr passieren könne.