Jäger wehren sich gegen starken Eingriff

Kreis Olpe..  Karl-Josef Fischer, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Kurköln Olpe, formuliert zahlreiche Kritikpunkte zum neuen Jagdgesetz:

„Der geplante Eingriff in den Katalog der jagdbaren Arten ist nicht begründet. Auch Arten, welche seit vielen Jahren keine Jagdzeit mehr haben, unterliegen heute der gesetzlichen Hegeverpflichtung der Jäger. In vielen Revieren werden aus privaten Mitteln Biotope für mehr Artenvielfalt angelegt und unterhalten. Diese Bemühungen gelten nicht nur dem Wild, welches auch erlegt werden darf, sondern insbesondere Arten, die bedroht sind und auf Hilfe in unserer Kulturlandschaft angewiesen sind.... .

Diesen Hegebemühungen widersprechen auch die geplanten Änderungen bei der Fuchsbejagung. Gerade in diesem Jahr ist bei kreisweitem Auftreten von Räude und Staupe eine intensive Bejagung unabdingbar. Beide Krankheiten können auch auf unsere Haustiere übertragen werden. Dass Deutschland zur Zeit als tollwutfrei gilt, konnte nur durch den überaus großen Einsatz der Jäger sowie eine Strenge Bejagung der Füchse erreicht werden.

Notfütterung muss erlaubt sein

Ein Fütterungsverbot in Notzeiten wird unser Wild verhungern lassen. Sollte es zu Notzeiten kommen, mit Meter hohem Schnee, muss es erlaubt sein, das Wild auch mit einer Notzeitfütterung zu unterstützen.

Für die Jagd sind gut ausgebildete Jagdhunde ein absolutes Muss. Können wir unsere Hunde nicht mehr wie bisher ausbilden, bedeutet dies in erster Linie einen großen Verlust für den Tierschutz. Wild, das z. B. angefahren und verletzt wird, muss mit geeigneten Hunden nachgesucht und erlöst werden.

Vor dem Hintergrund der aus Osteuropa nahenden afrikanischen Schweinepest ist eine strenge Bejagung des Schwarzwildes unabdingbar. Sollte die Bejagungsmöglichkeit an Kirrungen entfallen, bedeutet dies eine starke Zunahme der Wildschweinbestände und ein Ausbrechen von Seuchenzügen, die für viele Landwirte existenzbedrohend sein könne.

Mit der Jagd kein Geld zu verdienen

Die geplante Wiedereinführung der Jagdsteuer ist abzulehnen, sie stammt aus einer Zeit, in der mit der Jagd noch Geld zu verdienen war. Mit der Abschaffung der Jagdsteuer vor einigen Jahren hat die Kreisjägerschaft mit dem Kreis Olpe Verträge abgeschlossen, in denen sich die Jäger sogar verpflichten, Unfallwild bei Tag und Nacht von der Straße zu holen bzw. verletztes Wild tierschutzgerecht nachzusuchen. Darüber hinaus haben wir zugesichert, im Umweltschutz und in der Jugend- und Erwachsenenbildung tätig zu sein, was unter anderem mit der rollenden Waldschule sichtbar wird.“