Jäger-Appell: Hunde an die Leine

Hunde im Wald sollten in diesen Wochen grundsätzlich angeleint werden.
Hunde im Wald sollten in diesen Wochen grundsätzlich angeleint werden.
Foto: WAZ FotoPool

Hofolpe..  Es ist beileibe Einzelfall. Und es wird wohl nicht der letzte Fall bleiben. Am vergangenen Samstag Nachmittag riss ein frei laufender Hund in der Amecke bei Hofolpe, einem Waldgebiet oberhalb des Meilerplatzes, ein Reh. Was noch bedauerlicher ist: der Vorfall passierte kurz nach dem Setzen der Ricke. Das heißt: die beiden neu geborenen Kitze sind ohne Muttertier ebenso zum Tode verurteilt.

„Manche Hundebesitzer kapieren es nicht oder wollen es nicht kapieren“, ärgert sich Eugen Oppenheim aus Kirchhundem, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Kirchhundem-Hofolpe, über den ausgebüchsten Hund.

Eine Spaziergängerin hatte das gemeuchelte Reh am Samstag gefunden und die Jäger informiert. Die Jagdgenossenschaft bittet nun um sachdienliche Hinweise, um welchen Hund es sich gehandelt haben könnte. Oppenheim geht nicht davon aus, dass dieser Aufruf von Erfolg gekrönt sein wird. Denn der reißende Hund war bereits über alle Berge, bzw. wieder bei Herrchen oder Frauchen zu Hause, als das tote Reh entdeckt wurde.

Setz- und Brutzeit

Besonders jetzt in der Frühlingszeit, wenn Rehe und Hasen ihre Jungen in die Welt setzen, sind jagende Hunde eine Gefahr für das Wild. Eugen Oppenheim: „Normalerweise ist ein Reh ein Fluchttier, aber nach dem Setzen war die Ricke zu schwach, um sich in Sicherheit zu bringen.“ Zumal eine gehetzte Ricke leicht ihre Tracht verliert.

Immer wieder geraten Jagdausübende, --pächter oder -aufseher mit Hundehaltern aneinander. Von gegenseitigem Verständnis ist bei den Begegnungen oft wenig zu spüren. Dabei hat der Gesetzgeber das Verhalten im Wald klar geregelt, betont Oppenheim. Im Landeshundegesetz ist ausgeführt: „Alle Hunde sind so zu halten, zu führen und zu beaufsichtigen, dass von ihnen keine Gefahr für Leben und Gesundheit von Menschen und Tieren ausgeht.“

Im Landesforstgesetz ist festgelegt, dass Hunde außerhalb von Wegen angeleint werden müssen. Auf einem Waldweg ist das Laufenlassen des Hundes nur gestattet, solange „Bello“ unter Kontrolle seines Führers aus dem Weg bleibt. Leider ist das oft nicht der Fall, wenn der Hund seinen Jagdinstinkt folgt. Gemäß Landesjagdgesetz dürfen Jagdschutzberechtigte, also Jagdpächter oder -aufseher mit Dienstausweis, solche Hundehalter anhalten, deren Personalien feststellen und sie anzeigen.

Im Landschaftsgesetz steht explizit, dass Hundeführer darauf achten müssen, dass während der Brut- und Setzzeit das Wild nicht gestört werden darf.

Diese Zeit dauert noch bis Mitte Juni. Deshalb appelliert neben Eugen Oppenheim auch Karl-Josef Fischer, Vorsitzender Kreisjägerschaft, an alle Hundehalter, ihre Hunde gerade in diesen Wochen und vor allem in den Morgen- und Abendstunden an der Leine zu führen.

Die beiden sprechen damit wohl den meisten Jägern aus der Seele.