Inklusion: Leider nur „mangelhaft“

Kreis Olpe..  Lehrkräfte der Grund- und weiterführenden Schulen geben in einer Umfrage des Kreisverbandes Bildung und Erziehung den verantwortlichen Behörden die Note Mangelhaft für die Umsetzung der Inklusion in den Olper Schulen.

Insgesamt nahmen 135 Lehrkräfte aus Grundschulen (75,6 Prozent), Hauptschulen (5,2 Prozent), Realschulen (8,9 Prozent), Gesamt- und Sekundarschulen (1,4 Prozent) und Förderschulen (8,9 Prozent) teil. Unter ihnen befanden sich Schulleitungen (10,4 Prozent), Lehrkräfte und sozialpädagogische Fachkräfte der allgemeinbildenden (89,6 Prozent) und der Förderschulen.

Mehr als die Hälfte gab an, dass sich Rollstuhlbenutzer, Blinde, Sehbehinderte, Gehörlose und Hörgeschädigte in ihrer Schule nicht selbstständig zurechtfinden könnten. Etwa gleich viele Personen gaben an, dass Hilfsmittel kaum bis gar nicht bis vorhanden seien.

Über 70 Prozent waren der Ansicht, dass die personellen Voraussetzungen in qualitativer und quantitativer Hinsicht für die Förderung der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf unzureichend seien. 80 Prozent meinen, dass der eigene Fortbildungsbedarf bezüglich der Förderung von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf hoch bis sehr hoch sei.

Während die Lehrer an den Förderschulen räumliche Bedingungen, Materialausstattung und personelle Voraussetzungen eher zufriedenstellend einschätzten, beurteilten die Realschullehrkräfte diese Rahmenbedingungen als ungenügend. Auch Lehrer an den Grund- und Hauptschulen finden die personellen Voraussetzungen zur Umsetzung der Inklusion nicht ausreichend.

Mike Ochmann, Vorsitzender des Kreisverbandes Bildung und Erziehung, ist wenig überrascht: „Das mit der Umsetzung der Inklusion verbundene Wunschdecken von Bund und Land in Bezug auf die Leistungsfähigkeit der Schulen übersteigt erheblich die finanziellen Möglichkeiten. Diese idealisierten Ansprüche haben im Kreis Olpe in der Vergangenheit dazu geführt, dass Grundschulkinder mit dem Förderbedarf emotionale und soziale Entwicklung nur noch an den Regelgrundschulen unterrichtet wurden. Dieser Schuss ging kräftig nach hinten los.“

Der Kreistag habe dann sinnvollerweise beschlossen, zum neuen Schuljahr wieder zwei externe Förderstandorte für diese Kinder anzubieten. Dennoch, Kommunen seien klamm und Dienststellen hätten entweder kein qualifiziertes Personal oder es seien zu wenige Stellen zur Erfüllung der Qualitätsstandards zugeteilt worden.

Die Rückmeldungen der Lehrkräfte müssen sehr ernst nehmen, sagt Ochmann. Es könne nicht sein, „dass die Beschäftigten in unseren Schulen die Forderungen nach einem inklusiven Schulsystem auf Kosten ihrer Gesundheit am besten schon gestern erfüllt haben müssen. So fährt man ein System gegen die Wand. Und über die Beschulung der Kinder aus Zuwandererfamilien haben wir nicht einmal gesprochen.“

Der VBE fordert, Schulen personell, räumlich und sächlich in die Lage zu versetzen, inklusiv unterrichten zu können, Lehrern zu ermöglichen, ihren Fortbildungsbedarf zu decken und den Schulen kontinuierliche Unterstützung durch Sozialpädagogen, Schulpsychologen und medizinische Assistenten zur Verfügung zu stellen. Man dürfe Inklusion nicht nur als Aufgabe der Schule sehen. (Ergebnisse: www.vbe-oe.de).