Ingmar Stadelmann kennt keine leisen Töne

Drolshagen..  Ingmar Stadelmann ist kein Mann der leisten Töne. Keiner von denen, die mit sozialen Themen und Politsatire für Unruhe im Saal sorgen. Im Gegenteil, das Metier des Gewinners des Comedy Preises sind verbale Entgleisungen, zuweilen unter der Gürtellinie, die für jede Menge Lacher im Saal sorgen. Auf die Frage: „Was ist denn los mit den Menschen?“, fand der Comedian auch am Freitag bei Rische’s in Drolshagen keine Antwort.

Alltag auf dem Prüfstand

Das war ja auch nicht Sinn der Sache. Der 34-Jährige stellte die Gegebenheiten des Alltags auf den Prüfstand, quasselte, was das Mikro hergab und scheute mit seiner Stand-Up-Comedian-Show auch nicht davor zurück, dem einen oder anderen Gast im ausverkauften Saal verbal eins „über zu braten“. Am Anfang der beeindruckende Empfang. Zugegeben eine leichte Inszenierung spielte mit und Ingmar Stadelmann animierte sein Publikum, ähnlich eines „Back-Street-Boys-Konzerts“ zu kreischen und aus zu rasten. Kaum die Bühne betreten zeigte der Sprecher und Radiomoderator sein wahres Bühnengesicht: Die Schlagfertigkeit in Person. Stadelmann gab zu bedenken, dass anders, als bei seinem Auftritt in Cottbus, wo nur „Gesichtsgulasch“ die vorderen Plätze eingenommen hatte, er darauf achte, dass in den ersten Reihen attraktive Menschen sitzen, auch, wenn da jemanden das Schicksal erleide sich umsetzen zu müssen.

Vorsicht Heirat

Aus privater Perspektive: Ingmar Stadelmann berichtete von seiner polnischen Freundin und der Vorsicht zu heiraten. „Man weiß ja nicht, ob es aus Liebe oder aus Rache für die Großeltern ist“. Große Angst habe er davor hässliche Kinder zu bekommen. Da sei Adoptieren doch empfehlenswert. Schließlich würde sich keiner einen „dicken Rolli aus dem Osten“ nehmen. Mit seiner sportlichen, polnischen Freundin sei der Weg ins Fitnesstudio fast schon vorbestimmt gewesen. Beim Anblick eines „fertigen“ Muskelpakets die Erkenntnis: „Der soll besser nach Hause gehen und Chipse fressen.“ Im Rückblick auf das Dschungelcamp stellte der Comedian fest, dass in diesem Jahr keine Skandale dabei waren. Im letzten Jahr war es Larissa. Als sie noch in Österreich wohnte, mochte sie keiner.

Komische Gesten

Kaum in Deutschland habe sich das Blatt gewendet. „Ja, aber das geht den Deutschen ja öfter so mit den Österreichern“, so Stadelmann. Und, wenn Ingmar Stadelmann sein einer Schnellfeuerwaffe ähnelndes Mundwerk kurz zum Stillstand brachte, hielt er die Lachmuskeln seines Publikums mit urkomischen Gestiken auf Trab.