In Eichhagen wird Garage zur Wagenbauhalle

Eichhagen..  „Alaaf“ oder „Helau“ der Schlachtruf ist nicht wichtig. Hauptsache die Stimmung ist gut und die Närrinnen und Narren zahlreich anwesend, wenn am Großsonntag, 15. Februar. der 21. närrische Lindwurm durch Eichhagen zieht.

Verantwortlich für das alljährliche Spektakel ist die vor zehn Jahren gegründete Karnevalsgesellschaft, die sich mit viel Herzblut bei Organisation und dem Ablauf einsetzt. Die Mühen haben sich gelohnt. So gibt es dieses Jahr rekordverdächtige 18 Zugpunkte, die sich um 11.11 Uhr am Gasthof Heuel in Bewegung setzen. Vorne weg natürlich der Spritzenwagen. Doch Vorsicht! Gelöscht wird nicht mit Wasser, sondern mit Schnäpschen.

Blickfang Mottowagen

Ein Blickfang ist stets der Mottowagen der Eichhagener Karnevalsgesellschaft (EKG). Seit Dezember wird in der Mini-Wagenbauhalle (besser bekannt als Garage der Familie Heuel) kräftig gebohrt, gehämmert und geklebt. Wöchentlich samstags trafen sich die Jecken, um mit viel Liebe ein schmuckes Gefährt anzufertigen. Das Motto: „Knusper, knusper, Knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen? Der Hexe ist es heut egal, sie feiert in Eichhagen Karneval“.

Die Wagenbauertreffen dienen auch der Geselligkeit. Wenn Hammer und Pinsel gerade Pause hatten, war immer mindestens einer dabei, der die fleißige Truppe mit Kaffee und Kuchen versorgte.

Unter den rund 250 Zugteilnehmern sind wieder einige Garden aus dem Stadtgebiet Drolshagen. Natürlich freuen sich die Organisatoren auch über die Teilnahme der Sportfreunde Biggetal, einer Wagenbaugruppe aus Neger, die Mitglieder der Bürgergesellschaft Olpe (zum dritten mal mit eigenem Motivwagen und ihren Grünen Funken) sowie der Blauen Jungs mit ihrer selbstgebauten Kanone und erstmals die KG Neuenhof.

„Pusteblume“ auch dabei

Gerne geben die Eichhagener Karnevalisten sozialen und caritativen Gruppen eine Chance dabei zu sein. In diesem Jahr ist es die Caritas. Auch die Mädels und Jungs des Kindergartens „Pusteblume“ freuen sich schon jetzt darauf, dabei zu sein. „Wir finanzieren alles aus eigener Tasche. Für Kamelle geben wir viel Geld aus“, erklärt Karl-Heinz Heuel, 2. Vorsitzender der Karnevalsgesellschaft, der sich ebenso wie seine Mitstreiter über die Unterstützung von Sponsoren freuen würde. Sophie Heuel, Schriftführerin des 70 Mitglieder starken Vereins, betont, dass besonders junge Familien auf ihre Kosten kommen sollen. Kamellen fliegen so nicht nur durch die Lüfte, sondern werden den Kleinsten in den Hand gegeben.

„Der Eichhagener Karnevalszug wächst seit Jahren stetig und gewinnt zunehmend an Bedeutung im Karnevalsgeschehen des Kreises Olpe“, da sind sich die Verantwortlichen einig.

Der Lindwurm bewegt sich vom Unterdorf durch die Eichhagener Straße zum Gärk, durch den Dumicker Weg zurück zur Eichhagener Straße und nochmal zur Dorfmitte. Innerhalb des Ortes sind die Straßen bis etwa 13 Uhr gesperrt. Parkmöglichkeiten gibt es an den Dorfeingängen (Fahrzeuge nicht an der Hauptstraße abstellen). Aus Attendorn und Olpe kann man auch mit der Bahn anreisen. Im Anschluss an den Zug geht die Party im Jugenddorf weiter.