IG Metall vor großen Herausforderungen

IG Metall-Chef Georg Keppeler.
IG Metall-Chef Georg Keppeler.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Ein Jahr, in dem dicke Bretter gebohrt werden müssen, sieht der IG Metall Beauftragte Georg Keppeler vor sich.

Kreis Olpe..  Dicke Bretter müssen die IG Metall im Kreis Olpe und ihr Chef Georg Keppeler in diesem Jahr bohren. Die Herausforderungen sind groß. Auf Keppelers Agenda stehen „ein ordentlicher Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie, die Erweiterung der Mitgliederbasis in den Betrieben, mehr Betriebe mit Betriebsrat und die Stärkung der sozialen Sicherungssysteme“.

5,5 Prozent-Forderung

Mit ihrer Forderung nach einer Erhöhung der Löhne und Gehälter um 5,5 Prozent bei gleichzeitiger Neuregelung der Altersteilzeit und nach einem verbindlichen Einstieg in ein Weiterbildungssystem für alle Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie sieht die IG Metall im Kreis Olpe nicht nur eine angemessene Entgelterhöhung für notwendig an, sondern will zugleich auch die Beschäftigten für die Zukunft fit machen.

„Die Bildungsfrage ist eine Schlüsselfrage für die IG Metall“, unterstreicht der Olper Gewerkschafter die IG-Metall-Position in dieser für die Metallarbeitnehmer wichtigen Frage. Wenn Deutschland die zukünftigen Herausforderungen des Arbeitsmarktes meistern solle, dann müssten die in den Betrieben vorhandenen Potenziale besser genutzt werden. Georg Keppeler: „Wie soll dies denn besser gemacht werden als durch Weiterbildung und Qualifizierung?“

Erstaunen über Renten-Idee

Mit Erstaunen reagiert der 1. Bevollmächtigte der IG Metall auf die jetzt aufkommende Diskussion über die Rente mit 70 auf freiwilliger Basis. „Bereits heute ist niemand daran gehindert, über das gesetzliche Rentenalter hinaus weiter zu arbeiten“, verweist Keppeler auf die bestehende Rechtslage. „Unser Problem liegt doch immer noch bei denjenigen, die es nicht bis 65, geschweige denn bis 67 schaffen und damit keine der Lebensleistung entsprechende Rente erhalten.“ Im Übrigen sei auch im Kreis Olpe die Zahl derjenigen, die über das 60. Lebensjahr hinaus arbeiten, stark angestiegen: von rund 20 Prozent im Jahr 2000 auf aktuell etwa 50 Prozent.

Gerade um Lösungen für alle, die es nicht bis ins Rentenalter schaffen, zu erreichen, verhandelt die IG Metall auch die Fortführung der tariflichen Altersteilzeit. Hier müssten tarifliche und gesetzliche Regelungen Hand in Hand greifen, so der Olper Gewerkschafter.

Die weitere Stärkung ihrer Mitgliederbasis hat die heimische IG Metall sich auch für 2015 auf die Fahne geschrieben. „Auch 2014 sind wir ein klein wenig stärker geworden. Mit einem Plus von 33 Mitglieder stieg die Mitgliederzahl auf nunmehr 8.692 Mitglieder an“, so Keppeler.

„Macht es wie Arbeitgeber“

Derzeit werde in drei weiteren Betrieben der Metall- und Elektrobranche über die erstmalige Wahl eines Betriebsrats diskutiert, freut sich der IGM-Chef. Man erwarte, dass die Zahl der Betriebe mit Betriebsrat gesteigert werden könne. „Habt ihr Keinen, wählt euch Einen“: Mit diesem Appell weist Keppeler darauf hin, dass Beschäftigte ohne Betriebsrat auf Rechte verzichten müssten. Sein Rat: „Macht es wie die Arbeitgeber; die verzichten grundsätzlich nie auf die ihnen per Recht und Gesetz zustehenden Rechte.“