IG Metall-Urgestein nach 25 Jahren verabschiedet

Verabschiedung des 1. Bevollmächtigten der IG Metall im Kreis Olpe, Georg Keppeler. Die Belegschaft der IG Metall in Olpe, überreichte dem Rentner einen Liegestuhl..
Verabschiedung des 1. Bevollmächtigten der IG Metall im Kreis Olpe, Georg Keppeler. Die Belegschaft der IG Metall in Olpe, überreichte dem Rentner einen Liegestuhl..
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Zahlreiche Gäste aus Wirtschaft und Politik waren ins Olper Kolpinghaus gekommen, Georg Keppeler zu verabschieden.

Olpe..  Detlef Wetzel, Chef der IG Metall, nahm den humorvollen Charakter der Abschiedsgala im Olper Kolpinghaus glänzend auf: „Eigentlich“, so gab er über Georg Keppeler zum Besten, sei der ja „ein unverschämter Kerl“, der auch noch ständig Witze über Siegerländer erzähle. Jenseits der Ironie erinnerte Wetzel dann an den langjährigen Kampfgefährten. Wenn harte Verhandlungen angestanden hätten, „war ich immer ein bisschen beruhigt, wenn ich den Schorsch sah.“ Denn der habe, „wenn es nötig gewesen sei, „die Kriegsflagge in den Boden gerammt“, und dahinter hätten sich andere scharen können.

Aber nicht nur der IG Metall-Chef hatte beim Abschied Keppelers, der sich von der Olper IG Metall-Spitze nach 25 Jahren in den Ruhestand verabschiedete, ausnahmslos Positives zu berichten.

Ein Mann des Kompromisses

Unter der Moderation von Westfalenpost-Redaktionsleiter Herbert Kranz nutzten auch Unternehmer Arndt G. Kirchhoff und Keppeler-Nachfolger André Arenz die Gelegenheit, die Verdienste Keppelers Revue passieren zu lassen.

Und da gab es reichlich zu berichten. Kirchhoff lobte Keppeler als Mann des Kompromisses, insbesondere dann, wenn es darum gegangen sei, schlingernde Unternehmen und Arbeitsplätze zu retten. Kirchhoff: „Georg Keppeler ist in dieser Hinsicht ein Vorbild“ - immer zielorientiert. Dabei sei die Gewerkschaftsarbeit in mittelständisch geprägten Regionen nicht immer leicht, gelte es doch, mit einem „Sack Flöhe“ umzugehen, womit Kirchhoff ein Bild für die vielen kleinen Unternehmen wählte, mit denen auch eine Gewerkschaft in Kleinarbeit umgehen müsse.

Was gelungen sei, denn: „Wir sind hier in den vergangenen 25 Jahren erfolgreicher gewesen als andere Regionen.“

Wichtig, Ergebnisse zu sehen

Von Herbert Kranz auf seine „Doppelrolle“ als IG Metaller und CDU-Mitglied angesprochen, entgegnete Keppeler, das habe ihn in der Arbeit nie behindert: „Na ja, die haben gesagt: Das ist der Schwarze, das war es dann aber auch.“ Denn: „Es gibt keine CDU- oder SPD-Lohnerhöhung, sondern nur eine ordentliche.“ Richtig sei es gewesen, sich weniger mit den großen politischen Fragen zu beschäftigen, als mit dem hautnahen Tagesgeschäft. „Es war mir wichtig, das Ergebnis der täglichen Arbeit zu sehen.“ Der Rückblick Keppelers, auch der persönlich-menschliche, fiel rundum zufrieden aus. Die Sauerländer habe er, der Junge aus dem Bergischen, schätzen und lieben gelernt. Die Sauerländer, so Keppelers Bild, hielten den Bus für jeden Auswärtigen an, nur „den Schritt in den Bus muss jeder selbst machen.“