Ideen für eine altersgerechte Zukunft

Friedhelm Hoffmann (links) und Jürgen Dolle vom Arbeitskreis Barrierefrei.
Friedhelm Hoffmann (links) und Jürgen Dolle vom Arbeitskreis Barrierefrei.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Mit der Veranstaltung „Wohnen 2030“ will der Arbeitskreis Barrierefrei am Dienstag, 2. Juni, von 16 bis 19 Uhr im Olper Kreishaus nicht nur Ideen vermitteln, sondern auch zu deren Umsetzung aufrufen.

Kreis Olpe..  Spricht man von demografischer Entwicklung, erntet man nicht selten Reaktionen, die von Kopfschütteln bis Abwinken reichen. Dabei ist die stete Alterung der Gesellschaft eine Entwicklung, die - früher oder später - jeden betrifft - gerade auch im Wohn-Umfeld. Der Arbeitskreis Barrierefrei nimmt sich dieser Thematik an. Die Stichwörter: barrierefreier Wohnungsbau, Mehrgenerationenhäuser, Wohnen auf dem Dorf.

Wer bei Barrierefreiheit nur an den auch für Rollstuhlfahrer problemlosen Zugang etwa zu öffentlichen Gebäuden denkt, liegt schon falsch. Barrierefreiheit bedeutet für Gehörlose, dass eine Klingel oder ein Rauchmelder sich nicht nur mit Geräuschen bemerkbar macht, sondern auch mit Licht. Blinden helfen unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten zur Orientierung (Beispiel: Zebrastreifen), Sehbehinderten großflächige Farbmarkierungen. Wer wirklich barrierefrei bauen will, muss beim Neubau etwa drei Prozent mehr zahlen, sagen Friedhelm Hoffmann und Jürgen Dolle vom Arbeitskreis Barrierefrei. Nachrüsten kostet deutlich mehr.

Aber was muss getan werden, damit „Wohnen 2030“ (siehe gesonderten Bericht) für viele Ältere nicht zum Problem wird? Eine Menge! Mit zunehmendem Alter kommen nämlich auf viele Mitbürger auch Einschränkungen zu, nicht nur was die Beweglichkeit angeht. Da wird der Aufzug zur Notwendigkeit, darf die Haustür nicht so schwer sein, dass man beide Hände zum Öffnen braucht, muss die Dusche barrierefrei betreten werden können.

Projekte entwickeln

So wird Barrierefreiheit zum Thema für Privathäuser und das Wohnen im Alter an sich. Denn die demografische Entwicklung macht vor niemandem Halt, auch wenn Dolle und Hoffmann vermuten, dass viele über das Thema Alter lieber nicht nachdenken. Wer aber möglichst lange im eigenen Zuhause bleiben will, muss ein Umfeld vorfinden bzw. schaffen, das dies möglich macht.

Auch die Dörfer müssen sich auf die Entwicklung einrichten. Heute sind 26 000 der 140 000 Einwohner des Kreises älter als 65. Im Jahr 2030 werden es 35 000 sein bei nur noch 130 000 Einwohnern. Wer bis dahin die Menschen im Dorf halten will, muss sich vorbereiten, sind Dolle und Hoffmann überzeugt. Das reicht von der Gestaltung der Wohnungen über Pflegeangebote vor Ort, Einzelhandel im Dorf und die Arztpraxis bzw. Sprechstunden vor Ort bis zu Überlegungen, eventuell leer stehende Häuser für spezielle Projekte wie Mehrgenerationenhäuser zu nutzen, in denen Menschen „von zahnlos bis zahnlos“ (Jürgen Dolle) leben, also vom Baby bis zum Alten. Bisher gibt es Generationen-übergreifendes Wohnens gibt es im Kreis Olpe noch nicht.

Konkrete Umsetzung

„Natürlich spielt auch der Nahverkehr eine Rolle“, gibt Friedhelm Hoffmann zu bedenken, dass man über neue Formen wie Anruftaxis oder Sammelbusse intensiver nachdenken muss.

Und wann soll der Prozess des Nachdenkens beginnen? Natürlich sofort, fordern die beiden Männer nicht nur politisch Verantwortliche und Ortsvorsteher, sondern alle am Thema Interessierten dazu auf, am Dienstag, 2. Juni, von 16 bis 19 Uhr an der Veranstaltung „Wohnen 2030“ teilzunehmen. Schließlich soll diese Veranstaltung Auftakt sein für weitere Überlegungen, Anregungen, Ideenbörsen und deren ganz konkrete Umsetzung.