Hürden für Ehrenamt werden immer höher gelegt

Leserbrief von Stephan Niederschlag..  Der Bericht von Herrn Kranz ist bezogen auf meine Aussagen einhundert Prozent korrekt. In diesem Bericht gab es nicht wirklich „etwas zwischen den Zeilen“ zu lesen. Deshalb ist die Interpretation, dass „der Mindestlohn an sich ein Dorn im Auge ist“, total daneben. M.E. kann von 8,50 € brutto eh kein Alleinverdienender seine Familie ordentlich unterhalten. Deshalb bin ich nicht gegen die 8,50 €, wohl aber stört mich der dazu verordnete bürokratische Aufwand.


Fakt ist, dass die Hürden für das praktizierende Ehrenamt immer höher gelegt werden - und das parteiübergreifend! So. z.B. bei der Besteuerung und den Sozialabgaben. Ist es denn gerecht, wenn Vereine für Hobbyfußballer zig Tausend Euro an die Berufsgenossenschaft zahlen müssen, aber Hobbyskifahrer bei Verletzungen durch die jeweilige Krankenkasse abgedeckt sind?!


Das, und nichts anderes als das war und ist mein Thema! Genau deswegen bin ich u.a. im Mai 2012 der Einladung von Petra Crone, MdB, gefolgt, wo wir mit Dagmar Freitag, MdB und Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, gemeinsam über das Ehrenamt und die gesellschaftliche Bedeutung des Sports diskutiert haben. (WP vom 16. Mai 2012).


Frau Freitag hat ausgeführt, dass man händeringend versuche, die Rahmenbedingungen zu verbessern! Frau Crone sagte wörtlich: „Wir haben ganz viel gelernt. Das nehmen wir mit nach Berlin“. Es stimmt, die Koalitions-Fraktionen im Sportausschuss haben es richtig beschlossen. In einer gemeinsamen Erklärung vom 02.07.2014 steht: Auch Amateur- und Vertragssportler fallen nicht unter den Arbeitnehmer-Begriff, wenn ihre ehrenamtliche sportliche Betätigung und nicht die finanzielle Gegenleistung für ihre Tätigkeit im Vordergrund stehen. Aber die ministeriale Ebene hat das nicht so eindeutig umgesetzt. Es gibt definitiv große Verwirrungen / Vermischungen zwischen Steuerrecht und Arbeitsrecht.


Eine Schlussbewertung zum Begriff „gesunder Menschenverstand“: Im Oktober 2015 habe ich Petra Crone und Dagmar Freitag genau diesen schriftlich bestätigt. Und ich kann nur von vielen persönlichen Eindrücken bestätigen, dass Matthias Heider sogar einen sehr gesunden Menschenverstand hat. Auf ministerialer Ebene dagegen kann man wohl öfters daran zweifeln. Wohlgemerkt: querbeet.
Kunibert Kinkel, Ottfingen