Hospizverein wird 25 Jahre alt

Landrat Frank Beckehoff überreichte einen Umschlag an den den Hospizvereinsvorsitzenden Pastor Heinrich Schmidt.
Landrat Frank Beckehoff überreichte einen Umschlag an den den Hospizvereinsvorsitzenden Pastor Heinrich Schmidt.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Seit 25 Jahren macht der Hospizverein das eigentlich Unmögliche möglich: die Finanzierung des kreisweiten Elisabeth-Hospizes in Altenhundem.

Altenhundem..  In den 25 Jahren seit Gründung des Hospizvereins hat sich einiges verändert. Unverändert blieb der Vorsatz, dass die Würde des Menschen, egal welcher Nationalität und Konfession, an seinem Lebensende im Mittelpunkt steht. Das Jubiläum wurde mit einer Messe in der Nikolaus-Pfarrkirche in Grevenbrück und Empfang im Edith-Stein-Pfarrheim gefeiert. Nicht totmachen, sondern zum Leben befähigen und ermutigen“, brachte Pastor Heinrich Schmidt, Hospizvereinsvorsitzender, in seiner Predigt die Aufgabe des Vereins auf den Punkt. Nicht der Tod sei dass alles bestimmende Thema, sondern der Dienst am Leben. Nicht den Lebensweg als Gang in den Tod zu sehen, sondern in seiner letzten Etappe als Fülle des Lebens.

Die Gründung des Hospizvereins war laut Schmidt mehr als die Erfüllung eines palliativ notwendigen und für das Gesundheitswesen im Kreis Olpe erforderlichen „ Der Dienst des Hospizes lebt aus der tiefen Überzeugung, dass der Tod nicht der Abgrund, der in ein Nichts führt, sondern aus der Überzeugung, dass wir eine Zukunft haben, die uns der Auferstandene bereitet und für jeden schon längst erworben hat. Aus diesem Glauben getragen, verstehen Menschen ihren Dienst als Helfer, Freunde und Begleiter, als kompetentes, besonnenes Fach- und Pflegepersonal und geben so Zeugnis von der Liebe Gottes. In diesem Grundgedanken ist uns jeder Mensch willkommen, dem wir als Herberge auf dem Weg Gastfreundschaft schenken dürfen“, so Schmidt.

Empfang

Landrat Frank Beckehoff gratulierte beim Empfang den 680 Vereinsmitgliedern, 16 Hauptamtlichen und etwa 50 Ehrenamtlichen, sowie allen, die sich für die Hospizidee engagieren, persönlich und als Vorsitzender des Beirates im Hospizverein. „Menschen in ihren letzten Lebenstagen eine Hand zu reichen und sie friedlich gehen zu lassen, ihnen bis zum letzen Atemzug ihre Würde zu lassen, ist die Aufgabe der sich der Hospizverein gestellt hat. Mit diesem Wirken haben Sie Kranken und Sterbenden sowie deren Angehörigen und Freunden schwere Stunden erleichtert und ein Abschiednehmen ermöglicht“, so Beckehoff.

Martin Schäfer, der seit der Gründung des Hospizvereins, anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Agatha-Pfarrgemeinde das Amt des Geschäftsführers bekleidet, blickte zurück. Trotz ideeller und finanzieller Unterstützung sei es nach menschlichem Ermessen nicht zu schaffen gewesen. „1100 Gäste bislang und immer länger werdende Wartelisten zeigen, dass wir mit sechs Betten zu klein sind“, so Schäfer, der als neu die Kooperation mit dem Hospizverein Plettenberg nannte. Seit 25 Jahren drückt der Schuh in finanzieller Hinsicht.

Pflegesatz

2014, dem Jahr mit dem zweitgrößten Spendenaufkommen, standen in der Bilanz 20.000 Euro Minus. Dennoch zeigte sich Schäfer bei den Verhandlungen um einem höheren Pflegesatz optimistisch und sagte, dass bereits sechs Hospize einen Pflegesatz in Höhe von 290 Euro ausgehandelt haben. In Altenhundem sind es 237 Euro: „Wenn sich nichts ändert, sind wir in vier Jahren fertig.“.

Hospizleiterin Monika Kramer betonte, dass die Pioniere der Hospizarbeit viel erreicht haben. „Wir sind nicht mehr alleine. Wir haben ein gutes Netzwerk verbesserte ambulante und stationäre palliativ medizinische Versorgung, ohne das Wichtigste den Menschen aus Augen zu verlieren.“