Hohn aus Fraktion gewählt

Von den beiden anderen Fraktionsmitgliedern der Grünen ausgebootet: Christian Hohn.
Von den beiden anderen Fraktionsmitgliedern der Grünen ausgebootet: Christian Hohn.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Kai Bitzer und Hans Nenne sahen keine vertrauensvolle Zusammenarbeit mehr.

Olpe..  Bei den Olper Grünen tut sich ein tiefer Graben auf: Grünen-Fraktions-Chef Kai Bitzer informierte die übrigen Ratsfraktionen darüber, dass Grünen-Ratsherr Christian Hohn nicht mehr Mitglied der Fraktion sei. Wörtlich heißt es: „...ich möchte Ihnen mitteilen, dass Christian Hohn mit Wirkung vom 15. Juni 2015 nicht mehr unserer Fraktion angehört.“

Nur einen Tag später schrieb Hohn an die Fraktionen und Bürgermeister Horst Müller, dem sei nicht so, er fühle sich entgegen der Meinung seiner grünen Kollegen Bitzer und Nenne durchaus noch als Mitglied der Fraktion.

Derzeit keine Details

Hohn selbst wollte auf Anfrage nicht detailliert Stellung nehmen, bestätigte aber den Schriftwechsel. Die Frage, was den Streit ausgelöst habe, beantwortete er nicht. Hohn: „Ich bin Grüner, und ich bleibe es.“ Dem Rauswurf aus der Fraktion habe er widersprochen, zudem auch einen Rechtsbeistand hinzugezogen.

Im Schreiben an die Fraktionen und Horst Müller hatte er u. a. mitgeteilt: „Ich widerspreche der Rechtmäßigkeit des Beschlusses der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Olpe wegen erheblicher Rechtsmängel.“ Er habe Kai Bitzer aufgefordert, ihm „die Belege verfügbar zu machen, die den Fraktionsausschuss begründen.“

Welche Belege?

Die Frage, um welche „Belege“ es sich handele, wollte Hohn nicht beantworten. In den nächsten Tagen wolle er sich detailliert äußern. Hohn versicherte, er wolle Mitglied des Bauausschusses bleiben. Das sei Sache des Rates, nicht der Grünen.

Kai Bitzer nahm auf Anfrage auch nur kurz Stellung, teilte mit, Hans Nenne und er hätten keine „vertrauensvolle Zusammenarbeit“ mehr mit Hohn gesehen. Bitzer zum Verlauf der Fraktionssitzung: „Nach lebhafter Diskussion ist mehrheitlich beschlossen worden, Herrn Hohn aus der Fraktion auszuschließen.“

Trotz seiner fast 40-jährigen Erfahrung mit der Ratspolitik zeigte sich Bürgermeister Horst Müller gestern etwas ratlos: „Das habe ich in der langen Zeit auch noch nicht erlebt.“ Was die Fraktionen intern veranstalteten, sei aber zunächst nicht Sache der Verwaltung.