Himmlisch gut und teuflisch jeck

Der Elferrat der Kolpingsfamilie Olpe hatte zum Großen Sitzungsball in die Stadthalle eingeladen.
Der Elferrat der Kolpingsfamilie Olpe hatte zum Großen Sitzungsball in die Stadthalle eingeladen.
Foto: Engel, Birgit
Was wir bereits wissen
Die Olper Kolpingsfamilie war wieder außer Rand und Band.

Olpe..  Unter dem Motto „Himmlisch gut und teuflisch jeck“ hatte der Elferrat der Kolpingsfamilie Olpe zum Großen Sitzungsball in die Stadthalle eingeladen. „Wenn Himmel und Erde sich treffen, wenn Engel und Teufel miteinander tanzen, dann ist Olper Karneval“, begrüßte Präsident Bertold Brüser das bunt kostümierte Volk im ausverkauften Haus, nachdem die Gastgeber zu den Klängen des Fanfarenzugs Attendorn mit Prinz Thomas III. (Wurm) und seinem Gefolge eingezogen waren.

Was folgte, war ein rund fünfstündiges Programm, das mit einem abwechslungsreichen Repertoire das närrische Feld gehörig umpflügte und wahre Blüten des Frohsinns trieb.

Dabei hatte man einmal mehr auf das längst bewährte Konzept mit vielen Eigengewächsen und karnevalistischen Höhepunkten aus der Nachbarschaft gesetzt. Mit von der Partie waren die Tanzgarde Ennest, die Prinzengarde Attendorn von 1913, das Prinzenballett Neu-Listernohl sowie die Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Denklingen mit Dreigestirn, Burggarde und eigenem Spielmannszug, die allesamt mit fulminanten Darbietungen begeisterten. Deren Auftritten in nichts nach standen die hauseigenen Akteure.

Beeindruckender Solotanz

Kinderfunkenmariechen Emily Steinbach beeindruckte mit einem tollen Solotanz - die neunjährige hatte noch am Morgen beim Bezirksschülerwettbewerb im Kunstturnen den 3. Platz belegt -, die kleinen Sternschnuppen waren als Eskimos unterwegs und auch die Tanzsterne, die Prinzengarde sowie die Hurricanesließen gehörig die Funken sprühen.

Durch das bunte Programm führte im Übrigen Christian Hunold, der das Amt des Sitzungspräsidenten von Joachim Rödder übernommen hatte. Rödder selbst, der 1988 in den Elferrat eintrat und fast zwei Jahrzehnte als Sitzungspräsident fungierte, saß an diesem Abend erstmals im Publikum.

Große Ehre für Thomas III.

Seine amtierende Tollität Thomas III. sprach von der großen Ehre, Prinz der Kreisstadt zu sein - zumal im königsblauen Kostüm, „was für ein Glück als Schalker Knappe“ -, seiner Familie und seiner Frau, „dem positiven Supergau“. Als Jubelprinz konnte Albert I. Arens begrüßt werden. Er hatte vor 40 Jahren das Narrenvolk regiert. 25-jähriger Jubelprinz ist Bertold I. Brüser, der sich als solcher sozusagen selbst willkommen hieß. Als besonderes Bonmot hatte er das Lied mitgebracht, mit dem er vor einem viertel Jahrhundert sein Prinzenjahr eröffnet hatte. In Begleitung von Michael Hütte am Schifferklavier hieß es: „Ganz Olpe schunkelt, denn heut´ ist Karneval, ganz Olpe schunkelt, man freut sich überall. Die ganze Stadt ist so vergnügt, solange noch ein Fässchen Bier im Keller liegt.“ Allerlei Dönnekes, Vertellekes und feinsinnige Spitzen gab es in der Bütt. Die „wilde Hilde“ (Stefan Holdinghausen) erzählte vom Shoppen und Chillen und klagte über die Männer. Robert Quast, das Urgestein des Oper Karnevals, kam wieder als „Doof Nuss“, „Joe Pieper“ alias Bertold Brüser erzählte aus seinem bewegten Leben und „Ein Ölper“ (Thomas Feldmann), der seit nunmehr 30 Jahren auf der Bühne steht, nahm die heimische Politik und das Weltgeschehen auf´s Korn: von der Landflucht der Ärzte und den Leberwerten der Olper, die sich nur mit Ortszuschlag berechnen lassen, dem Olper Rathaus bis zum griechischen Grillen, heißt ohne Kohle.

Stimmungslieder und Sketche

Wie in jedem Jahr gab es tolle Stimmungslieder mit den „Lustigen Pannenklöppern“ sowie obendrein einen wunderbaren Sketch, den Michael Ohm und Thomas Feldmann zusammen mit Dorothea und Rüdiger Seifener, Nicole und Christian Spitzer sowie Michael Schneider zum Besten gaben.

Am Ümmer Pissoir

„Am Ümmer Pissoir beim Vogelschießen“ sorgte für Begeisterung nicht nur bei den Olper Schützen, die an diesem Abend als Tribut an ihr amtierendes Königspaar den Hai-Alarm ausgerufen hatten.

Fazit: Es war wieder ein rundum gelungener Abend, der mit einer bunten Mischung aus Humor, Musik und Tanz bewies, dass der Elferrat der Kolpingsfamilie die Marke des Karnevals der Kreisstadt Olpe ist.