Heimat suchen und Heimat finden

Referent Dieter Pfau (2.v.r.)gab Landrat Frank Beckehoff, Kreisheimatarchivar Jörg-Endris Behrendt, Kreisheimatpflegerin Susanne Falk und der Vorsitzenden des Kreisheimatbundes, Roswitha Kirsch-Stracke (v.l.), sowie etwa 40 Gästen Einblicke in die Geschichte des Kreises Olpe.
Referent Dieter Pfau (2.v.r.)gab Landrat Frank Beckehoff, Kreisheimatarchivar Jörg-Endris Behrendt, Kreisheimatpflegerin Susanne Falk und der Vorsitzenden des Kreisheimatbundes, Roswitha Kirsch-Stracke (v.l.), sowie etwa 40 Gästen Einblicke in die Geschichte des Kreises Olpe.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Auf 180 Schriftseiten hat der Historiker und Publizist Dieter Pfau die Gesellschaftsgeschichte des Kreises Olpe niedergeschrieben. Einen Vorgeschmack gab es bei der Frühjahrsveranstaltung des Kreisheimatbundes.

Hohe Bracht..  Im Mittelpunkt der Frühjahrsveranstaltung des Kreisheimatbundes auf der Hohen Bracht stand ein Vorgeschmack auf die großen Veranstaltungen, die im 200-jährigen Jubiläumsjahr des Kreises Olpe im Jahr 2017 kommen werden.

Kreisheimatpflegerin Susanne Falk sagte, dass es wieder ein großes Fest der Heimat werden solle. Heimatpfleger, Dorfvereine und alle, die dazu beitragen möchten, seien aufgerufen, mit zu machen. Die Feierlichkeiten finden am 29. Juni 2017 unter dem Motto: „Heimat haben, Heimat suchen und Heimat finden“ statt.

Interessante Materie

Tatkräftig mit der Geschichte des Kreises Olpe beschäftigt ist auch Dieter Pfau. Der selbstständige Historiker und Publizist hob hervor, dass mit der Kreisgeschichte das Eintauchen in eine interessante Materie verbunden sei. In seinem Werk, bei dem rund 180 Schriftseiten mit jeweils drei Kapiteln für das 19. und das 20. Jahrhundert geplant sind, beschäftigt sich der Siegener mit der Verwaltung, Politik, Wirtschaft, Sozialem und Kultur. „Es ist eine Gesellschaftsgeschichte“, brachte es Dieter Pfau auf den Punkt, der einen kurzweiligen Vortrag über die Anfänge des Kreises Olpe hielt. Das erste Kapitel zielt auf die Jahre 1817 bis 1847 ab.

Zur Schau gestellt

Der erste Landrat wurde seinerzeit Caspar Freusberg, dem als Mitarbeiter lediglich ein Kreissekretär und ein Kreisbote zur Seite standen. Zu seinen Aufgaben zählten alle staatlichen Aufgaben außer der Justiz. Im Fokus standen die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Förderung und ganz wichtig die Infrastruktur. Chausseen wurden gebaut und mit den witterungsbeständigen Straßen entwickelte sich die Wirtschaft allmählich.

Die Attendorner, die bei der Wahl des Kreistagssitzes unterlegen waren fristeten ein eher schlechtes Dasein. Hoffnung weckte der Bau der Eisenbahn, erklärte Dieter Pfau.

Der Anteil der Protestanten war gering, doch die forderten auch ihr Recht auf Religionsfreiheit. Das sei nicht konfliktfrei gegangen. Die erste Beerdigung in Drolshagen fand mit Polizeischutz stand; der Leichnam wurde anschließend ausgegraben und zur Schau gestellt.

Im zweiten Kapitel widmet sich Dieter Pfau der Entstehung des Katholizismus, deren Anfänge im Jahr 1848 beschrieben werden. Dieter Pfau widmet sich auch den Landräten. Fünf stammten aus der Familie Freusberg. Im Fokus des dritten Kapitels des ersten Jahrhunderts steht die Früh- und Hochindustriealisierung. Mit der Industrialisierung und dem Bau der Eisenbahn habe sich das Leben grundlegend verändert.

Obwohl viele Menschen bis ins 20. Jahrhundert als Nebenerwerbslandwirte tätig waren, entwockelte sich der Kreis von der Agrar- zur industriellen Gesellschaft. Den höchsten Arbeiterzuwachs gab es im Bergbau und Steinbruch, sowie bei der Eisenbahn. Als eine der bedeutenden Personen hob Dieter Pfau Franz Hitze hervor.