Hartnäckiges Engagement

I.  rgendwann im Jahre 1989 meldete sich ein ehemaliger Schulkollege und lud ein zu einem Gespräch über ein Kinderhospiz. Werner Weber erklärte Sinn und Zweck eines Kinderhospizes und machte in einer Gruppe von betroffenen Familien klar, dass man fest entschlossen sei, für den Bau eines solchen Hospizes einzutreten. Das sind Erinnerungen, die mir im Zusammenhang mit dem Kinderhospizverein im Kopf geblieben sind.


Was einige Zeit wie ein unerfüllbarer Traum aussah, wurde zunächst zu einem Verein - dem Kinderhospizverein - und später zum ersten Kinderhospiz in Deutschland. Ohne den Verein wäre die Einrichtung in Olpe nicht entstanden. „Die Welt“ schrieb im September 1998: „Der Sozialpädagoge Werner Weber (44) hat den Anstoß zu dieser in Deutschland beispiellosen Einrichtung gegeben.“ Auch an ihn sei im Jubiläumsjahr erinnert. Werner Weber verstarb 2005.


Die sechs Familien waren die Keimzelle eines Vereins, der mittlerweile deutschlandweit tätig ist. Ohne ihn gäbe es die Leistungen und Angebote von 83 haupt- und 800 ehrenamtlichen Mitarbeitern nicht, die als Ratgeber und Betreuer für viele Eltern mit lebensverkürzend erkrankten Kindern längst unverzichtbar sind. Denn auch und gerade im Alltag brauchen diese Familien Unterstützung. Der Verein eröffnet darüber hinaus Eltern und Kindern Möglichkeiten zur Bildung und zur Begegnung.


Angesichts dessen, was aus der Idee und Beharrlichkeit der Familien geworden ist, die sich seinerzeit in Olpe trafen, kann man rückblickend nur den Hut ziehen und Danke sagen für deren Weitblick und hartnäckiges Engagement.