Gutes Werk und unvergesslicher Abend

Olpe..  „Wir präsentieren“ so heißt der beliebte Marsch von Hans Ailbout (1879-1957), den das Heeresmusikkorps Koblenz unter der ruhigen und doch so prägnanten Stabführung von Oberstleutnant Alexandra Schütz-Knospe fesch und frisch zum Auftakt des Benefizkonzertes zugunsten des Mutter- Kind-Hauses Aline in der Stadthalle „präsentierte“. Markus Bröcher, erster Bürgermeister-Stellvertreter von Olpe, dankte in einer kurzen Ansprache dem Orchester und Kulturfachmann Michael Ohm für die Organisation. Seinen Worten schlossen sich Markus Feldmann, Geschäftsführer der GFO, und Annette Sawitza, Leiterin von „Aline“, an.

Erst poetisch, dann kraftvoll

Auch Jan Van der Roosts „Mercury“ ist ein Marsch, dabei faszinierend anders und mit einem geradezu poetisch angehauchtem Mittelteil durchsetzt, um schließlich kraftvoll-marschmäßig mit Pauken und Trompeten zu enden. Beim „Konzert für Posaune und Blasorchester“ von Nikolai Rimski-Korsakow betört Solist Oberfeldwebel Julien Miehe mit ausdrucksvoller Posaune über dem Stakkato-Teppich der übrigen Ins­trumente und einem verhaltenen „Zwiegespräch“ mit den Holzbläsern, bevor nach Takt- und Tempiwechsel Trompetenrufe den glanzvollen Schlusspunkt setzen.

„ThreeCeltic Dances“ von Brian Belmages (geb. 1975) entführen mit imposanten Tongemälden zunächst in die friedlich grüne, dann gewittrige irische Landschaft, um tanzbeinschwingend zu enden.

Immer wieder ein großartiges Hörerlebnis sind die „Bilder einer Ausstellung“ von ModestMussorgski. Donnerndes Schlagwerk über dem wuchtigen Stampfen des Orchester-Tuttis demonstriert den wilden Hexenritt der Baba Jaga, bisnach kurzer Ruhephase der Ritt erneut an Fahrt aufnimmt und im X. Satz „Das große Tor von Kiew“ erreicht. Mit feierlichem Glockenschlag und choralhaften Holzbläserpassagen verdichtet sich das bekannte Promenadenthema bis zum grandiosen Finale.

Nach dem beliebten „Mosel-Marsch“ von J.C. Roesler und dem zackigen, begeisternd präzisen „Viribusunitis“ von Josef Bach (1921- 2004) zeigen die Musiker ein weiteres Mal ihre Vielseitigkeit in den verschiedensten musikalischen Stilrichtungen.

Udo-Jürgens-Medley

Andrew Lloyd Webbers Musical „Phantom der Oper“ versetzt mit lieblichen Melodien, knisternd erotischem Tangorhythmus und herzerweichenden Klängen in ein regelrechtes Gefühlschaos, dem, kurz bevor Tränen des Mitleids fließen, die mitreißende Samba „Tico Tico“, ein buntes „Disney Festival“ sowie als krönender Abschluss das Udo-Jürgens-Medley in der Bearbeitung von Walter Ratzek folgen.

Mit diesem Benefizkonzert vollbrachten die großartigen Musiker des Heeresmusikkorps nicht nur ein gutes Werk, sondern schenkten den Anwesenden einen unvergesslich schönen Abend.