Gute Zahlen im Jubiläumsjahr

Die Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden kann für 2015 gute Zahlen präsentieren: (von links) Peter Schauerte, Wilhelm Rücker, Dieter Kohlmeier und Mario Grunau.
Die Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden kann für 2015 gute Zahlen präsentieren: (von links) Peter Schauerte, Wilhelm Rücker, Dieter Kohlmeier und Mario Grunau.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Mehr Geld in der Kasse und deutlich mehr Kreditwünsche, die man aus eigener Kraft bedienen kann. Was will ein Banker mehr?

Kreis Olpe..  Die Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden kann im Jubiläumsjahr (175 Jahre) vor Geld kaum laufen: Obwohl es auf dem Anlage-Konto und nicht zuletzt auf dem Sparbuch so gut wie keine Zinsen mehr gibt, tragen Firmen wie Privatkunden ihr Geld auf die Sparkasse. Das hat selbst Vorstandssprecher Dieter Kohlmeier und Vorstandsmitglied Wilhelm Rücker in diesem Ausmaß überrascht, wie sie während der Bilanz-Pressekonferenz zugaben: „Der Sicherheitsgedanke steht offenbar bei vielen unserer Kunden immer noch im Vordergrund“, konnte sich Kohlmeier über das Vertrauen in den sicheren Geldhafen „Sparkasse“ freuen. Die Geld-Einlagen wuchsen in 2015 um kräftige 10 Prozent - von Ende 2014 (645 Mio. Euro) auf jetzt 710 Mio. Euro.

Kreditwachstum

Andere positive Zahlen: Die Bilanzsumme stieg um knapp 50 Mio. Euro oder 5 Prozent auf 910 Mio. Euro, und die Kreditwünsche wuchsen in einer Größenordnung von über 20 Mio. Euro. Das ist nachvollziehbar, denn Geld auf dem Sparbuch, festverzinsliche Wertpapiere oder Tagesgeld werden momentan eher entwertet. Auf dem früher gängigen Sparbuch erhält „Lieschen Müller“ heutzutage noch ganze 0,05 Prozent Zinsen, wie Dieter Kohlmeier auf Anfrage bestätigte. Eigentlich müsste man, so der Sparkassenchef, für sicher angelegtes Geld sogenannte „Negativ-Zinsen“ erhebem, also Geld nehmen statt geben, wenn man auf diesem Sektor rentabel wirtschaften wolle. Aber, so beruhigte Kohlmeier mit Blick auf so manch bangen Sparer, darüber denke man nicht einmal nach.

Kein fremdes Geld nötig

Braucht man auch nicht, denn die Zahlen der Kasse sind rundum gesund: Auf der einen Seite reichlich Einlagen-Geld, auf der anderen kräftige Kreditwünsche, für die man nirgends anklopfen muss, sie also aus der eigenen Tasche befriedigen kann. Wilhelm Rücker: „Bei den Krediten haben wir ein Plus von über 20 Mio. Euro zu verzeichnen. An Privatpersonen wurden 2015 Neukredite in Höhe von rund 55 Mio. Euro zugesagt, an Unternehmen rund 65 Mio. Euro.“

Der größte Teil der Kreditmittel floss in das sogenannte „Beton-Gold“ - also in die Sanierung des Wohneigentums sowie in Neubauten. „Viele Kunden haben sich gefragt, ob die Zinsen überhaupt noch weiter sinken können und ob das nicht ein geeigneter Zeitpunkt ist, zu investieren“, so Rücker.

Keine eigenen Ambitionen, zu investieren, hat die Sparkasse im Wohnungsbau. Im Klartext: Die Kasse, so Kohlmeier, denke nicht darüber nach, selbst Wohnhäuser zu bauen, um sie zu vermieten oder zu verkaufen: „Das sehen wir nicht als unsere Kernaufgabe.“

Kein Geheimnis machten die Banker daraus, dass die Zahl der 13 Filialen in diesem Jahr reduziert werden könne: „Mit den Kleinstfilialen wie in Ottfingen, Hillmicke, Schreibershof und Iseringhausen werden wir uns in diesem Jahr beschäftigen“, räumte Kohlmeier ein.

Kunden meiden Risiko

Nach wie vor meidet die Mehrzahl der Sparkassen-Kunden jedes Risiko, wie Peter Schauerte bestätigte. Lediglich etwa 3 500 der rund 28 000 Kunden besäßen ein Wertpapier-Depot. Und das trotz Mini-Zinsen. Natürlich sei auch das Börsenjahr „nichts für schwache Nerven“ gewesen, aber, so Schauerte: „Auch im Jahr 2015 erzielten Aktienanleger in Deutschen Aktien gemessen am DAX 9,6 Prozent.“

Sein Rat: „Eine solide Beimischung von Aktien oder Aktienfond-Sparen mit monatlich regelmäßigen Beträgen mache Sinn, um der Nullzins-Falle zu entgehen.“ Das gelte gerade auch mit Blick auf die Altersvorsorge. Unter dem Strich brachte aber auch das Wertpapiergeschäft ein Plus für die Kasse: Privatkunden investierten erstmals wieder netto über 600.000 Euro in reine Aktienfonds. Die gleiche Summe steckten die Anleger in Immobilienfonds.

Zahlen, Daten, Fakten

Die Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden verfügt derzeit über 13 Geschäftsstellen und 20 Geldautomaten. Die Kundenzahl liegt bei etwa 28 000, nur etwa 3 500 davon besitzen ein Aktien-Depot.

54 Prozent der Kunden nutzen Online-Banking, 77 Prozent der Firmenkunden.

Vorstandssprecher Dieter Kohlmeier ist 21 Jahre Mitglied des zweiköpfigen Vorstandes, Wilhelm Rücker neun Jahre.

Das Gesamtvolumen der Kundenkredite beträgt rund 558 Mio. Euro.