Gerüstet für die Zukunft

Letzter Check vor dem Robot-Game für das Team ÑAndroidì derHerrnscheid-Schule Drolshagen.
Letzter Check vor dem Robot-Game für das Team ÑAndroidì derHerrnscheid-Schule Drolshagen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Anliegen des Wettbewerbs First Lego League ist es, Kindern und Jugendlichen Technik und Wissenschaft näher zu bringen und Perspektiven für die künftige schulische Bildung zu entwickeln.

Wenden..  Egbert Plum, Lehrer für Mathematik, Naturwissenschaft und Technik an der Konrad-Adenauer-Hauptschule Wenden, ist mehr als zufrieden. „Die Sache ist in jedem Fall ein Gewinn“ sagt er und hat auch gleich die Argumente parat. Solche wie Terminarbeit, Teamfähigkeit, Selbstorganisation, Selbstständigkeit, Wissensanwendung, Problemlösungsfindung. Und er weiß schon jetzt: „Das nächste Jahr sind wir wieder dabei.“

Plum spricht von dem weltweiten Roboter-Wettbewerb First Lego League (FLL) für Kinder und Jugendliche im Alter von 10-16 Jahren, den 1998 Lego Company und Non-Profit Organisation FIRST ins Leben riefen und der jährlich weltweit ausgetragen wird. In Mitteleuropa wird er unter der Schirmherrschaft des Vereins HANDS on TECHNOLOGY mit Sitz in Leipzig durchgeführt. Der Zusammenschluss von Vertretern aus Bildung, Medien, Wissenschaft und Wirtschaft will mehr Schüler für Wissenschaft und Technik begeistern. Ausrichter für die Region Siegen, Wittgenstein und Olpe ist das Berufsbildungszentrum (bbz) der IHK.

Etwas Fassbares mitnehmen

„So etwas macht man nicht für die Schule, so etwas macht man fürs Leben. Die Schüler nehmen etwas Fassbares mit, merken, ihr Wissen wird gebraucht. Sie müssen sich präsentieren und kommen abseits von Lehrern und Eltern mit ganz anderen Menschen zusammen“, sieht Christian Halbe, Lehrer an der Herrnscheid-Hauptschule in Drolshagen, den Nutzen in dem hergestellten Zusammenhang zwischen dem, was in der Schule vorgeht, und dem realen Leben. Die MINT-Schule ist seit vier Jahren Teilnehmer des Wettbewerbs, im Übrigen bis zum letzten Jahr die einzige aus dem Kreis Olpe. Umso mehr freut es Halbe, dass es nun gelungen ist, den Austragungsort erstmalsin den Kreis Olpe zu holen. In Wenden hatte man perfekte Räumlichkeiten gefunden.

Im FLL bauen, testen und programmieren Schülerinnen und Schüler autonome Roboter, um vorgegebene Aufgaben in einem Robot-Game zu lösen. Zusätzlich beschäftigen sie sich mit einem realen Forschungsproblem, Präsentation ihrer Ergebnisse inklusive. „Das Klassenzimmer der Zukunft“ hieß die Aufgabe in diesem Jahr: Wie eignen sich SchülerInnen im 21. Jahrhundert Wissen und Fähigkeiten an?

Globalisierung

Globalisierung, technologischer Fortschritt, die uneingeschränkte Verfügbarkeit von Informationen - das sind nur einige Herausforderungen, vor die sich die moderne Gesellschaft gestellt sieht. Unsere Welt befindet sich in einem stetigen rasanten Wandel. Konnten Schulen früher davon ausgehen, dass das, was sie vermittelten, für ein ganzes Arbeitsleben ausreicht, kommt man heute damit nicht mehr weit. Erfolgreiches Lernen hat weniger mit dem Abrufen von einmal erworbenem Fachwissen zu tun. Es geht vielmehr darum, Wissen zu verstehen, zu interpretieren und zu kommunizieren. Sachverständigkeit und soziale Kompetenz heißen die Qualifikationen der Zukunft. „Spiele sind eine sinnvolle und kreative Form des Lernens und ein Weg, durch gemeinsames Experimentieren hochgesteckte Ziele zu erreichen“, so Dr. Carl Hagemeyer, Geschäftsführer der Klemm Bohrtechnik, die das Hauptsponsoring übernahm.

Am Roboter-Regionalwettbewerb in Wenden nahmen 17 Teams aus 14 Schulen der Region teil. „RObOTTEC“, „The NXT Generation“, Android“oder „Flower Power Roberta“ nannten sie sich. Eine Jury, die sich aus Vertretern der regionalen Wirtschaft und des bbz zusammensetzte, bewertete die Teams. Und bekam dabei Einblick in das hiesige Potenzial zukünftiger Fachkräfte. „Für uns zählt der olympische Gedanke“, so Halbe. „Und das, was wir für uns mitnehmen.“ Dazu gehörten eben der fantastischen Qualifizierung für das Halbfinale auch der Spaß an der Sache. Der war, soweit man sah, beachtlich.