Gerda Köper arbeitet seit 50 Jahren in der Löwen Apotheke

Gerda Köper mit ihren beiden Chefs Karl Emil Peiffer (links) und Dr. Lukas Peiffer (rechts).
Gerda Köper mit ihren beiden Chefs Karl Emil Peiffer (links) und Dr. Lukas Peiffer (rechts).
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die 68-Jährige Attendornerin denkt noch nicht an den Ruhestand.

Attendorn..  50 Jahre bei einem Arbeitgeber und ein Ende ist noch nicht in Sicht. „Es macht mir einfach immer noch Spaß“, wenn Gerda Köper das sagt, strahlt sie übers ganze Gesicht.

Die 68-Jährige ist seit einem halben Jahrhundert als pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte in der Attendorner Löwenapotheke der Familie Peiffer. „Ich arbeite jetzt schon mit der dritten Generation der Peiffers zusammen“, schmunzelt die Attendornerin. Ihr Jubiläum hatte sie am 1. April. Feiern und ein „großes Aufheben“ wollte sie nicht um diesen Tag machen. „Die Zeit ist wie im Flug vergangen. Da denkt man gar nicht großartig über so einen Tag nach.“ Doch das sahen ihre Kolleginnen, von heute und damals, sowie die Apotheker Karl-Emil Peiffer und Dr. Lukas Peiffer ganz anders.

Hinter ihrem Rücken bereiteten sie eine kleine Feier für Gerda Köper vor. Ihre Mann und ihre beiden Kinder waren eingeweiht. Und so kam Familie Köper auf dem Nachhauseweg am Abend des 1. April ganz zufällig an der Löwen Apotheke vorbei. Hier öffnete sich wie von Zauberhand genau in dem Moment die Tür und das ganze Team gratulierte Gerda Köper. Die konnte es im ersten Moment gar nicht fassen, freut sich aber dann umso mehr über die gelungene Überraschung. Unter den Gästen waren auch Anne Selter, Veronika Beul und Jutta Scholemann. „Mit ihnen habe ich in den ersten Jahren hier gearbeitet. Als ich dann 40 Jahre wurde, haben wir auf meinem Geburtstagsfest einen Stammtisch gegründet. Alle zwei Monate treffen wir uns seitdem und haben viel Spaß miteinander“, erzählt Gerda Köper.

Am Anfang ein glücklicher Zufall

Überhaupt ist sie eigentlich durch einen glücklichen Zufall zu dem Job ihres Lebens gekommen. „Ich bin eine gebornen Maiworm aus der Metzgerei am Markt“, erzählt die Jubilarin. „Mein Vater kannte Emil Josef Peiffer, der damals die Apotheke führte. Also ging er zu ihm und fragte, ob ich nicht bei ihm arbeiten könne.“ Doch der hatte für das Jahr, als Gerda Köper die Schule verließ, schon jemanden eingestellt. „Da muss deine Tochter ein Jahr warten. Im nächsten Jahr kann sie kommen.“ Gesagt, getan. „Ein Jahr habe ich noch in der Metzgerei geholfen, kochen und Haushalt gelernt. Dann hab ich hier angefangen.“ Bereut hat sie es nie. „Es ist und war hier immer eine große Familie. Wir hier aus der Apotheker waren einer der ersten Besucher im Krankenhaus, als unser heutiger Chef Lukas geboren wurde. Wir sind hier zusammen durch die Höhen und Tiefen im Leben gemeinsam gegangen.“ Nur das Berufsbild hat sich grundlegend geändert. „Anfangs haben wir noch die Pakete an der Post oder Bahn abgeholt, das Krankenhaus und die JVA beliefert, alle Rechnungen per Hand geschrieben, alles mit einer Rechenmaschine abgerechnet und natürlich viele Medikamente und Verordnungen selber hergestellt. Zäpfchen haben wir beispielsweise selber gegossen.“ Das ist alles Vergangenheit, doch die Freude am Beruf ist bei Gerda Köper geblieben. „Ich bin immer dienstags und donnerstags Nachmittag hier in der Apotheke und über ein Ende meines Berufslebens habe ich noch nicht ernsthaft nachgedacht.“