Geniales Duo sorgt für Auftakt nach Maß

Olpe..  Das war ein Auftakt nach Maß! Mit einer Sternstunde der Klaviermusik eröffnete mit Yaara Tal und Andreas Groethuysen eines der weltweit führenden Klavierduos die diesjährige Konzertreihe Piano Solo des Kunstvereins Südsauerland im ausverkauften Saal des Olper Kreishauses.

Was dieses geniale Duo dem Olper Publikum zu bieten hatte, war wirklich fantastische Kunst! In ihrem sehr ansprechend zusammengestellten Konzertprogramm widmeten sich Yaara Tal und Andreas Groethuysen insbesondere Bearbeitungen bekannter Klavier- und Orchesterliteratur für zwei Klaviere. Daher hatten die Verantwortlichen des Kunstvereins keine Kosten und Mühen gescheut, um einen zweiten Steinway-Flügel zur Verfügung stellen zu können.

Der erste Konzertteil war W. A. Mozart gewidmet. Da kam zunächst dessen allseits bekannte Sonate Nr.16 in C-Dur KV 545 plötzlich in einem neuen, romantisch eingefärbten Gewand daher, wofür Edvard Grieg verantwortlich zeichnet. Dieser ließ den Mozart’schen Schlager im ersten Klavier vollkommen unverändert und komponierte ein zweites Klavier quasi als persönliche Hommage an Mozart hinzu.

Erstaunliche Präzision

Wer als Zuhörer solchen Experimenten grundsätzlich offen gegenübersteht, konnte sich über ein sehr reizvolles, vielfältiges Hörerlebnis freuen. Dabei bestach das Duo insbesondere mit erstaunlicher Präzision des Zusammenspiels, verblüffender Leichtigkeit im Vortrag sowie der Homogenität der Gesamtinterpretation. Hier verschmolzen von Beginn an zwei Künstler und mit ihnen zwei Klangkörper zu einer beeindruckenden klanglichen Einheit!

Edvard Grieg war es auch, der Mozarts Fantasie in c-Moll KV 475 für zwei Klaviere bearbeitete. Griegs romantisierender Eingriff gibt dem Werk eine gesteigerte Dramatik, die sich in der dargebotenen Interpretation eindrucksvoll entfalten konnte. Yaara Tal und Andreas Groethuysen glänzten durch ein hohes Maß an interpretatorischem Tiefgang, kreierten gemeinsam wundervolle Spannungsbögen und großflächige Entwicklungen und gaben dem Werk einen ergreifenden Ausdruck.

Musikliebhaber, die sich in der Welt der Bearbeitungen nicht ganz so wohl fühlen, kamen mit dem dritten Stück des Abends voll auf ihre Kosten: Die Sonate für zwei Klaviere D-Dur KV 448, eine Originalkomposition aus der Feder Mozarts, stellte einmal mehr hohe pianistische Anforderungen an das Duo, welche scheinbar mühelos bewältigt wurden.

Sehr impulsiv und mit viel Esprit gestalteten Tal und Groethuysen das eröffnende „Allegro con spirito“, das ruhige, sangliche Andante verzauberte die Zuhörer mit seiner träumerischen Aura, während im abschließenden Rondo überschäumende Spielfreude und Brillanz für einen Hörgenuss erster Klasse sorgten. Das war Mozart pur!

Reizvoller Kontrast

Nach der Pause stand dann zunächst Debussy auf dem Programm: Dessen Prélude à l’après-midi d’un faune (Vorspiel zum Nachmittag eines Fauns) setzte einen reizvollen Kontrast zum ersten Konzertteil und ermöglichte den Zuhörern einen fantastischen Ausflug in impressionistische Klangwelten. „Till Eulenspiegels lustige Streiche“ op. 28, eine allseits bekannte sinfonische Dichtung von Richard Strauss, bildete in der Bearbeitung für zwei Klaviere von Otto Singer Jr. den fulminanten Schlusspunkt eines denkwürdigen Klavierabends.

Dabei überzeugten die Künstler an den Flügeln durch eine eindrucksvolle orchestrale Klangbehandlung, glänzende Virtuosität und beeindruckende interpretatorische Kreativität.

Mit stehenden Ovationen und lauten Bravo-Rufen feierte das Publikum eine grandiose musikalische Leistung!

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