Geld fließt in eigene vier Wände

Olpe..  Es ist ein Null-Summen-Spiel, das die Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden ein positives Fazit für ein anspruchsvolles Geschäftsjahr 2014 ziehen lässt. Vorstandsvorsitzender Dieter Kohlmeier sprach von „den drei Nullen“: Zinsen, Wachstum und Inflation. Zudem bringe die Digitalisierung (mittlerweile nutzen über 50 Prozent der Kunden das Online-Banking) Umwälzungen mit sich. Mit einem Volumen von etwa 862 Millionen Euro blieb die Bilanzsumme nahezu konstant. Eine entscheidende Veränderung in 2014: Während die Kundeneinlagen leicht sanken, gab es deutliche Zuwächse vor allem im Kreditgeschäft.

„Getragen wurde das Wachstum sowohl von gewerblichen, als auch von privaten Krediten. Auch beflügelt von historisch niedrigen Zinsen flossen erneut große Summen in den Wohnungsbau“, sagte Vorstandsmitglied Wilhelm Rücker. Im Mittelpunkt standen Eigentumswohnungen und Modernisierungen älterer Gebäude. Das Geld wird in die eigenen vier Wände gesteckt. Das Bauspargeschäft wächst. Durch die niedrigen Zinsen ist der monatliche Aufwand für die eigenen vier Wände oft kaum höher als die gezahlte Miete.

Die Altersvorsorge boomt

„Besonders erfreulich ist, dass sich die Kredite für die heimische Wirtschaft um fast fünf Prozent erhöht haben“, betonte der Sparkassendirektor. Das ist ein gegenläufiger Trend zu den vergangenen Jahren, in denen Unternehmen Gewinne ansammelten und Rücklagen bildeten. „Hier wird jetzt stärker investiert“, betonte Rücker.

Noch nie war die Nachfrage nach Lebens- und Rentenversicherungen so groß wie im Jahr 2014. Mit einer Verdreifachung des Beitragsvolumens gegenüber dem Vorjahr gab es hier einen Boom. Grund einmal mehr: die Niedrigzinslage. Steigerungen gab es auch bei Schadensversicherungen.

Die Gretchenfrage: Was macht der Sparer in diesen Zeiten mit seinem Geld? „Der Sparer ist derjenige, der die Folgen der Zinspolitik am meisten spürt. Es findet ein realer Vermögensabbau statt“, brachte Kohlmeier die Situation auf den Punkt. Die Sparkasse setzt auf Rundum-Beratung der Kunden. „Man muss strukturiert vorgehen. Man muss einen maßgeschneiderten Produktmix finden, dass die Inflationsrate zumindest ausgeglichen oder geschlagen werden kann“, unterstrich Kohlmeier.

Um einen Ausweg aus dem Zinstal zu finden, investierten die Kunden der Sparkasse in 2014 vermehrt in Anleihen, insbesondere Unternehmensanleihen, Aktien und Wertpapierfonds. „Auf den Anlagemärkten herrschte Partystimmung“, meinte Peter Schauerte, Leiter Vorstandssekretariat/Personal. Bei den Schwankungen seien aber gute Nerven gefragt gewesen. Per Saldo blieb ein im Vergleich zu den Vorjahren mageres Plus von 2,4 Prozent. Allerdings ist dies im Vergleich zu Renditen bei langlaufenden Rentenpapieren zwischen 0,54 Prozent bei Bundesanleihen und 0,77 Prozent bei Pfandbriefen noch respektabel.

Schließungen aktuell kein Thema

Beim Ausblick sieht Kohlmeier mehr Chancen als Risiken: „Wir haben einen stabilen Arbeitsmarkt. Die Wirtschaft in der Region ist gut aufgestellt. Wir werden die Herausforderungen meistern. Es mag manche Böe kommen. Wir werden uns nicht umwerfen lassen.“

Aktuell kein Thema sind Schließungen von Geschäftsstellen. „Ich will auf mittlere Sicht nichts ausschließen, aber wir haben kurzfristig nichts in der Schublade“, so Dieter Kohlmeier. Ein Trend in diese Richtung sei aber erkennbar. Schließlich schreitet das Online-Banking immer weiter voran.