Gegenwind für Windrad-Projekt

Drei Wndräder sollen an der Wendener Gemeindegrenze auf Freudenberger Gebiet entstehen.
Drei Wndräder sollen an der Wendener Gemeindegrenze auf Freudenberger Gebiet entstehen.
Foto: dpa

Wenden..  Für Freude sorgen die Pläne der Stadt Freudenberg bei der Gemeinde Wenden nicht. Im Gegenteil. Die Nachbarstadt will eine Konzentrationszone für Windkraft nahe der Wendener Gemeindegrenze südöstlich von Römershagen und südwestlich von Löffelberg ausweisen. Dabei handelt es sich um den Süden der Gemeinde Wenden, einen Bereich, der eigentlich windkraftfreie Zone bleiben sollte. Für Wenden selbst kommen nämlich nur Areale im Norden in Frage.

„Die Stadt Freudenberg hat einen Investor gefunden, der das recht forsch vorantreibt. Er hat bereits einen Bauantrag eingereicht“, sagte Wendens Baudezernentin Judith Feldner. Geplant seien drei 2,4-Megawatt-Windkraftanlagen mit einer jeweiligen Höhe von 199 Metern. Investitionsvolumen: 11,9 Millionen Euro. Der Abstand zum Löffelberg beträgt 1115 Meter.

Der Kreis Siegen/Wittgenstein hat Wenden im Rahmen des Planverfahrens um eine Stellungnahme gebeten. Und die fällt nach dem Vorschlag der Verwaltung negativ aus, was jetzt auch vom Rat beschlossen wurde. Dabei kann Wenden jedoch nur städtebauliche Belange abwägen. Dazu Judith Feldner: „Der Süden sollte aus unserer Sicht freigehalten werden. Insofern konterkariert die Freudenberger Planung unsere eigene.“

Der Anschluss der Windräder an das Stromnetz einschließlich der Versorgungsleitungen ist im Bereich Dörnscheid geplant. Dem Vorschlag von Ulrich Heinrich (UWG), hierfür keine Genehmigung zu erteilen, folgte der Rat mehrheitlich. Dabei dürfte es aber mehr als fraglich sein, ob dadurch das Projekt gekippt werden könnte. „Die werden einen anderen Weg finden“, so auch die Einschätzung von Bürgermeister Peter Brüser.

Flugplatz ist Hauptargument

Ein Rettungsanker, um die Freudenberger Planungen doch noch zu verhindern, könnte aber der Flugplatz in Hünsborn sein. „Das ist unser Hauptargument“, so Baudezernentin Feldner. Hintergrund: Die Luftfahrtbehörde der Bezirksregierung Münster habe mitgeteilt, dass die Zone vier Kilometer um den Flugplatz von Windrädern freigehalten werden sollte, um dort einen konfliktfreien Betrieb zu gewährleisten. Fakt sei, dass die Freudenberger ­Konzentrationszone innerhalb dieser vier Kilometer liegen würde. Laut eines aeronautischen Gutachtens des Investors sei die Schutzzone verkleinert worden, so dass entgegen den Darstellungen des Entwurfs des Regionalplans aus Sicht der Stadt Freudenberg die Errichtung der drei Anlagen im Grenzbereich zu Wenden möglich erscheine.

„Der Flugplatz soll nur noch in bestimmten Korridoren angeflogen werden. Die Gemeinde Wenden folgt aber den Sicherheitsabständen, die die Bezirksregierung für die Beurteilung angewendet hat. Wir wollen, dass der Flugplatz konfliktfrei bleibt“, betonte Judith Feldner. Man müsse nun abwarten, wie die Stadt Freudenberg und der Kreis Siegen/Wittgenstein auf die Argumente aus Wenden reagieren.

Auf alle Fälle geht man im Wendener Rathaus davon aus, dass die ablehnende Stellungnahme rechtlich sorgfältig betrachtet wird. Freudenberg könne nicht willkürlich agieren, meinte Bürgermeister Brüser. Als allerletzter Schritte könne gegebenfalls auch geklagt werden.