Ganz viel Zoff um den Ganztag

Das Rathaus in Wenden wird 25 Jahre alt.
Das Rathaus in Wenden wird 25 Jahre alt.
Foto: www.blossey.eu

Wenden..  Der Haussegen im Grundschulverbund „Wendener Land“ hängt schief. Zwar sind hier die Stammschule Wenden und die beiden Teilstandorte Rothemühle und Ottfingen unter einem Dach, doch es gibt Zoff. Wie berichtet, hatte die Schulkonferenz des Verbundes am 25. März dem Ottfinger Ansinnen, auch einen offenen Ganztag einzurichten, mit 2:10-Stimmen (es gibt dort zwei Elternvertreter aus Ottfingen) eine Absage erteilt. Im Gespräch mit unserer Zeitung hatte dies Ludger Wurm, CDU-Ratsherr aus Ottfingen und Vorsitzender des Ausschusses Bildung und Soziales, scharf kritisiert und die Gleichbehandlung aller Schulen gefordert. Am kommenden Montag beschäftigt sich der neue interfraktionelle Arbeitskreis „Primar“ mit dem Thema.

Kein Konkurrenzkampf im Verbund

„Wir fühlen uns ein bisschen hintergangen. Das findet hinter unserem Rücken statt, ohne mit uns darüber zu reden. Wenn die unsere Kinder aus Wenden haben wollen, ist das eine Unverschämtheit“, sagte Melanie Koch, Vorsitzende der Schulpflegschaft aller drei Standorte, im Gespräch mit unserer Zeitung. Bereits am 5. März habe es eine Klassenpflegschaftssitzung gegeben: „Da gab es kein Sterbenswörtchen. Da wäre die Chance gewesen, das anzusprechen. Wir werden als Schulpflegschaft nicht informiert. Das ist unverständlich.“

Am 25. März sei das Thema Ganztag dann in der Schulkonferenz auf den Tisch gekommen. Dabei stellt die Schulpflegschaftsvorsitzende dem Ottfinger Vorstoß kein gutes Zeugnis aus: „Das war unüberlegt. Ein Konzept fehlte gänzlich. Es wurde abgelehnt, weil es keine Aussagen gab, wie sie das aufziehen wollen. Sie hatten offenbar nicht wirklich Ahnung, was auf sie zukommt. Das sind auch immense Kosten.“ Zudem seien die elf Kinder für den Ganztag nur eine vage Zusage. Damit könne man keinen qualitativen Ganztag aufbauen. Und die 20 Kinder aus der Über-Mittag-Betreuung im Ottfinger Kindergarten seien wohl über mehrere Jahre verteilt.

„Tendenz ist, dass es weniger Kinder gibt, auch im Ganztag. In der Schulkonferenz wurde von Ottfingen klar gesagt: Wir brauchen Kinder aus Wenden. Einen Konkurrenzkampf innerhalb eines Verbundes wollen wir auf keinen Fall“, betonte Melanie Koch.

„Wir müssen aufpassen, dass wir nicht vorhandene Ganztagsbetriebe schwächen“, meinte auch Christine Stuff, stellvertretende Klassenpflegschaftsvorsitzende aus Rothemühle und Mitglied in der Schulkonferenz des Verbundes, zu unserer Zeitung. In Wenden und Rothemühle sei lange gearbeitet worden, dass es dort jetzt so gut läuft.

Gute Qualität

Der ablehnende Beschluss in der Schulkonferenz sei nicht leichtfertig gefasst worden. „Es wurde viel hinterfragt. Bei den Beratungen waren auch die Vorsitzenden der Träger der bestehenden Ganztagsbetreuung dabei“, so Christine Stuff. Am Ende hätten die Ottfinger mit ihren Plänen aber nicht überzeugen können. „Wir müssen das große Ganze sehen. Wir sind eine Schule. Der Ganztag muss eine gute Qualität haben“, unterstrich Christine Stuff.