Fußmarsch als Alternative zur Parkgebühr in Olpe

Immer wieder gab es zuletzt Ärger ums Parken in Olpe.
Immer wieder gab es zuletzt Ärger ums Parken in Olpe.
Foto: Volker Eberts
Was wir bereits wissen
Pläne der Stadt Olpe sorgen für Unmut bei Dauerparkern. 400-Euro-Kräfte zahlen künftig Monatsgehalt im Jahr.

Olpe.. Es sind keine gesundheitspolitischen Überlegungen, die hinter der Einführung einer Gebühr für Dauerparker stecken. Dennoch hat Martina Müller aus Olpe für sich entschieden, künftig mehr zu Fuß zu gehen - zum Arbeitsplatz nämlich. 528 Euro im Jahr bei 22 Arbeitstagen pro Monat seien „einfach zu teuer“.

Kommentar Peter Enders, Vorsitzender von Olpe Aktiv und selbst Einzelhändler in der Innenstadt (Maiworm Mode), sieht das ähnlich, „vor allem, wenn man bedenkt, dass man für 50, 55 Euro eine Garage in der Innenstadt mieten kann“. Seine Mitarbeiter jedenfalls hätten kein Verständnis für die Pläne der Stadt. Damit liegen sie auf Linie der SPD-Fraktion, die ausdrücklich gegen die Ausweitung der Parkraum-Bewirtschaftung ist.

Zugeparkte Straßen

Dagegen stellt sich die CDU die Frage, ob man die 72 000 Euro Pacht, die die Stadt zahlt, nicht denen aufbürden muss, die die Parkplätze nutzen. Zumindest ein Bonbon hat die FDP für die Dauerparker ins Gespräch gebracht: Sie sollen nach Feierabend ohne Zusatzkosten auf den übrigen Parkplätzen parken dürfen.

Der Rat will am Dienstag (17 Uhr, Rathaus) über die Parkgebühren entscheiden (siehe Kasten). Kommt die Regelung, wird Martina Müller die drei Kilometer aus der Jenaerstraße am Hatzenberg bis zum Arbeitsplatz eben laufen, zumal sie glaubt, dass die Anliegerstraßen nach Einführung der Gebühr ohnehin immer zugeparkt sein werden. Was ihre Kollegen machen, die zum Teil aus Drolshagen und Lennestadt kommen, weiß sie nicht. Aber eins weiß sie sicher: Sie ärgern sich schon jetzt.

Einzelhandel bekommts zu spüren

Das gelte auch für die Kunden des Einzelhandels, ist sich unsere Leserin sicher, dass der Olper Einzelhandel zu spüren bekommt, wenn man schon vor dem Einkaufen zahlen muss. Als Profiteure sieht sie die großen Märkte, die kostenloses Parken vor der Eingangstür anbieten.

Pendler beachten

Peter Enders hält Parkgebühren zwar für Standard, das Vorhalten von Parkplätzen für Pendler aber für dringend erforderlich. Deshalb sei er im Grunde froh, dass die Dauerparkplätze angelegt würden. Allerdings seien Mitarbeiter in Praxen, Büros und Einzelhandel wohl gezwungen, einen Parkplatz anzumieten. Für eine 400-Euro-Kraft würde das aufs Jahr gesehen ein Monatsgehalt bedeuten. Eine kostenlose Alternative „außer dem Straßenrand“ sieht auch er nicht.

Hintergrund Durch die enge Bebauung in der Innenstadt ist eine ganze Reihe Unternehmen gar nicht in der Lage, Parkraum auf eigenem Grundstück zu schaffen, weshalb man sie ja zur Zahlung von Ablösebeiträgen herangezogen hat. Anspruch auf Parkplätze haben sie dadurch allerdings nicht.

Auch Hermann Koch, Hotel- und Restaurantbesitzer, ist „nicht generell gegen alle Parkgebühren, aber wenn es sein muss, dann nur in der Innenstadt.“ Auch er geht davon aus, dass die Dauerparker auf Privatparkplätze ausweichen werden und erwägt, seinen Restaurant-Parkplatz mit einer Schranke zu sichern.

Rewe verlangt Parkscheiben

Der REWE-Markt in Olpe lässt seine Parkplätze seit gut einem Jahr von der Firma Park & Control überwachen, verlangt von seinen Kunden die Auslage von Parkscheiben, um Dauerparker zu vertreiben. Marktmanager Wolfgang Dröge befürchtet, dass die Fremdnutzung nach der neuen Parkregelung noch stärker wird und die Überwachung unverzichtbar ist: „Wir haben keine andere Möglichkeit. Unsere Parkplätze sind für unsere Kunden da.“