Fünf Prozent weniger Unfälle im Kreis Olpe

Hans-Jürgen Schüttler, Frank Beckehoff, Polizeidirektor Diethard Jungermann und Pressesprecher Stephan Ommer (von links) präsentierten die Verkehrsunfallstatistik 2014.
Hans-Jürgen Schüttler, Frank Beckehoff, Polizeidirektor Diethard Jungermann und Pressesprecher Stephan Ommer (von links) präsentierten die Verkehrsunfallstatistik 2014.
Foto: WP

Kreis Olpe..  Die Pressekonferenz zur Mittagszeit war gestern ein recht angenehmer Termin für Frank Beckehoff. „Musste ich Ihnen im letzten Jahr noch einen geringfügigen Anstieg der Verkehrsunfallzahlen vermelden, so ist es um so erfreulicher, dass ich heute einen Rückgang bekanntgeben kann. Entgegen dem Landestrend ist die Zahl im Kreis Olpe um fast fünf Prozent gesunken“, sagte der Landrat. Landesweit gab es im vergangenen Jahr 0,8 Prozent mehr Unfälle. Und: „Zum ersten Mal seit fünf Jahren sind wir wieder unter die 4000-er-Marke gefallen.“

Zu 3934 registrierten Unfällen (4139 in 2013) kam es im vergangenen Jahr auf den Straßen im Kreis Olpe. Die Zahl der Verletzten sank von 387 im Vorjahr auf 372 (3,9 Prozent weniger). „Die Anzahl der schweren Unfälle mit Toten und Verletzten ist seit 2007 rückläufig, im achten Jahr hintereinander. Im Jahr 2007 hatten wir 482 schwere Unfälle. 2014 waren es 110 weniger. Leider verloren zwei Verkehrsteilnehmer ihr Leben auf den Straßen im Kreis Olpe“, so Beckehoff. Im Jahr 2013 hatte es sechs Tote bei sechs Verkehrsunfällen gegeben.

16-Jähriger tödlich verletzt

Besonders tragisch war der Unfall am 7. Juli am Saßmicker Hammer, als ein Leichtkradfahrer (16) mit einem Sattelzug kollidierte und starb. Am 25. Dezember hatte eine 84-Jährige in Würdinghausen die Vorfahrt eines VW Busses missachtet. Auch sie wurde tödlich verletzt.

Erfreulich ist die Entwicklung bei der Problemgruppe „Junge Fahrer“ (18 bis 24 Jahre), die recht deutlich auf 92 Unfälle zurückging. „Das ist seit über vier Jahren die niedrigste Zahl“, sagte Hans-Jürgen Schüttler, Leiter der Direktion Verkehr. Die Zahl der verletzten Kinder blieb gleich. Dazu gehörte auch der Unfall am 22. Mai, als ein Busfahrer bremste und sich zehn Kinder verletzten.

Unfallursache Nummer eins ist nach wie vor überhöhte Geschwindigkeit. „Ein großes Thema wird auch die Ablenkung. Hier geht es um SMS oder Telefonieren am Steuer“, berichtete Schüttler. Einen neuen Unfallschwerpunkt gibt es in Finnentrop, 687/Lenscheid - eine Rennstrecke besonders für Kradfahrer.

Deshalb seien in der sogenannten „Wildschweinkurve“ Rüttelstreifen eingebaut worden. Weitere sollen laut Schüttler in der „Applauskurve“ (Beobachter spenden hier rasenden Kradfahrern Beifall) folgen: „Dadurch können wir die Attraktivität bei Rennen verringern.“

Sicherheit weiter erhöhen

Der Überwachungsdruck hat sich in 2014 noch einmal erhöht auf 39 170 Maßnahmen (36 416 in 2013). „Das ist ein sehr hoher Stand. Vielleicht hat er einen kleinen Teil zur Senkung der Verkehrsunfälle beigetragen“, meinte Hans-Jürgen Schüttler.

„Wir geben uns mit den erfreulichen Zahlen nicht zufrieden. Ziel ist es, die Sicherheit im Straßenverkehr weiter zu erhöhen“, betonte Frank Beckehoff. Neben konsequenter Überwachung und Ahndung setzt die Olper Polizei weiterhin auf Prävention. So beteiligt man sich in diesem Jahr wieder an den landesweiten Kampagnen „Brems dich, rette Leben“, „Crash Kursen“ und Blitzmarathon. Zum siebten Mal gibt es auf der Griesemert Verkehrssicherheitstage.

Stärker ins Visier nehmen will die Olper Polizei Fahrten unter Alkohol und Drogen. „Das ist ein großes Risiko, nicht nur für den Fahrer, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer. Wir werden die Kontrollen in diesem Bereich intensivieren“, sagte Beckehoff.