Freunde einer Olper Kultkneipe treffen sich in der Stadthalle

Olpe..  Als in der Kreisstadt die Runde machte, dass der Traditionsgasthof „Zur Möhne“ in der Olper Felmicke geschlossen und abgerissen werden soll, wurde das weithin bedauert. Immerhin 103 Jahre hatte der Gasthof bestanden, 47 davon stand Herbert Bender hinter der Theke. Die Olper Felmicke ohne „Möhne“ war fast unvorstellbar. Doch mittlerweile hat sich auch Herbert Bender selbst an die veränderte Situation gewöhnt.

Treffen aller Freunde

Zur Erinnerung an viele schöne Stunden in der Möhne“ findet am Freitag, 19. Juni, im Restaurant der Olper Stadthalle ein Treffen aller Freundinnen und Freunde der ehemaligen Kultkneipe statt.

Gaststar an diesem Abend ist natürlich „Möhnen-Herbert“, der sich freut, viele alte Bekannte wiederzusehen und mit ihnen in geselliger Runde Dönekes auszutauschen. Zum Beispiel dieses:

In der Möhne war es lange Brauch, dass die ­Bierdeckel von Soldaten (auch der Bundeswehr) in der Mitte durchgerissen wurden. Das bedeutete: die Hälfte des Deckels ­bezahlte der Wirt.

Oder dieses: Im Untergeschoss des Gasthofs stand lange Zeit eine Telefonzelle. Die wurde von den Anliegern der Felmicke genutzt, als es noch nicht in jedem Haus ein Telefon gab.

Oder die Frage nach dem Namen: Möhne? Hat das was mit dem Möhnesee zu tun? Eben nicht. Möhne stammt aus dem Olper Platt und meinte eine „ältere Frau“. Vermutlich, so Herbert Bender, habe man früher gesagt, man gehe zu „dr aalen Möhne“.

Am 19. Juni kommen sicher noch viele Geschichten hinzu. Allerdings sollten alte Möhnen-Gäste nicht um 10 Uhr auf der Matte stehen, weil die Möhne fast immer um diese Zeit geöffnet wurde. Das Treffen in der Stadthalle beginnt nämlich um 19 Uhr. Und der Bierdeckel wird auch nicht geteilt - zahlen muss jeder selbst.