Foto-Impressionen aus Russland und der Ukraine

Übersetzerin Anna Mieskes-Petrenko und Klaus Alter vor den Fotos.
Übersetzerin Anna Mieskes-Petrenko und Klaus Alter vor den Fotos.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Galerie Alter in Bilstein zeigt weltweit erstmals die Fotoausstellung über die Situation in Russland und der Ukraine, die in Omsk boykottiert wurde.

Bilstein..  Kinder - schwer bewaffnet mit Bazoukas - authentische Bilder aus Ausbildungscamps, Waffen, die einfach im Wald rumliegen, sowie ein Geistlicher mit großem umgehängten Kreuz vor der Brust und Männer, die mit einem Grinsen im Gesicht eine Waffe in der Hand halten.

Diese und ähnliche Fotos bestimmen derzeit das Bild in einem Raum der Galerie Alter in Bilstein. Fotos, von Journalisten, die wach rütteln und den Betrachter auf die Gegebenheiten in Russland und der Ukraine aufmerksam machen sollen. Ungewöhnlich war die Ausstellungseröffnung.

Video-Live-Botschaft

Der Kurator Vasiliy Melnichenko war nicht persönlich anwesend, sondern informierte die Gäste perVideo-Live-Botschaft über die Hintergründe der Ausstellung, sowie die Verhältnisse in Russland und der Ukraine. Melnichenko monierte, nach Übersetzung von Anna Mieskes-Petrenko, dass es kein Geheimnis sei, dass in Russland Zustände vergleichbar mit Terroristen herrschen.

Er schäme sich, einen russischen Pass zu haben. Seit dem Tag, an dem die Krim annektiert wurde, sind Vasiliy Melnichenko und einige andere auf die Straße gegangen. „Die Passanten haben nicht verstanden, was wir da machen. 80 Prozent der russischen Bevölkerung solidarisieren sich mit den Machtgedanken. Wichtige Punkte der Propaganda sind: Wir sind stark, wir können alles und wir müssen keine Rücksicht nehmen. Was für eine Gesellschaft! In den 90er Jahren kamen Kriminelle an die Macht. Die Kirche propagandiere mit und sei politisch aktiv.

„Die russische Art des Faschismus ist eine etwas andere. Was die Menschen zusammenführt ist Habgier und Angst. Es war früher schon gewalttätig. Aber, jetzt ist es so frech, dass man es nicht mehr ertragen kann. Es sind ganz einfach „Banditen“, nur zum Räubern und Töten“, so Vasiliy Melnichenko. Gerade diese Menschen stehen im Fokus der gleichnamigen Ausstellung „Banditen“, die ursprünglich in Russland geplant war.

Am Tag der Eröffnung wurde das Omsker Museum für zeitgenössische Kunst von den Polizei- und Geheimdienstkräften abgesperrt. Dem Rektor der Hochschule für Design, in deren Gebäude das Museum liegt, wurde mit Entlassung gedroht.

Premiere

Es ist also das erste Mal, dass diese Fotos in der Öffentlichkeit zu sehen sind. Klaus Alter sagte in seiner Begrüßung, dass er sich wünsche, dass die Ausstellung helfen kann, die russische Seele besser zu verstehen. „In einer Zeit, in der für uns alle mehr als je zuvor von der Entwicklung in Russland abhängt, wäre es wünschenswert, sich ein möglichst realistisches Bild von dem Land und seinen Menschen zu machen, davon was sie beschäftigt, worunter sie leiden, woran sie Freude haben, womit sie sich quälen und was für sie Leben ausmacht. So etwas erfährt man nicht aus Wirtschaftsbilanzen und politischen Wahlergebnissen,“ so Klaus Alter.