Fokussierung überdenken

Meisterchorsingen..  Ja, es ist richtig: Bis auf sechs Chöre haben alle teilnehmenden Chöre an zwei Tagen – wir eingeschlossen - in Altenhundem den Titel „Meisterchor“ erlangt und vielfach entfachte sich auch tatsächlich großer Jubel unter den neuen und alten Meistern. Bei unserem Chor überwiegt hingegen die bittere Enttäuschung über das Ergebnis. Zweimal die Note „gut“ und zweimal die Note „sehr gut“ – genau diese Wertung braucht man, um Meisterchor zu werden oder zu bleiben. Dieses bedeutet, dass unser Chor das Ziel bei seiner achten Titelverteidigung so gerade eben noch erreicht hat.


Für sich betrachtet wäre dieses eine Tatsache, die wir so zur Kenntnis nehmen würden, wenn man annehmen könnte, dass unser Chor vielleicht am Tag des Auftritts einfach nicht gut disponiert war. Entschieden nein! Mehrere Berufskollegen bescheinigten unserem Chorleiter Hubertus Schönauer unmittelbar nach unserem Auftritt eine tolle und tadellose Leistung. Darüber hinaus häuften sich im Email-Konto des Vorstandes nach dem Wettbewerb die Bekundungen zahlreicher anderer Chöre und auch Chorleiter, die tiefstes Unverständnis für die Jurywertung zum Ausdruck brachten. Auch sollte man nicht vollends unter den Tisch kehren, dass bei der Urkundenübergabe am Sonntag auf der Bühne eine ganze Reihe Vorstandsmitglieder und Chorleiter anderer Chöre ebenfalls über die Maßen unzufrieden mit dem Juryvotum waren und dies auch offen und vernehmbar artikulierten. Es wurde dort teils lautstark Kritik an den Jurywertungen geübt.


Bei einem Blick in die Ergebnislisten fällt auf, dass sehr viele traditionelle Männerchöre so gerade eben noch „durchgewinkt“ wurden. Jedoch denken wir, auch unser MGV hat hervorragend gearbeitet und wir hätten ein wertschätzenderes Urteil verdient. Die monatelange intensive Vorbereitung unseres Chores wurde mit einigen Federstrichen der Jury zunichte gemacht.


Der Chorverband NRW sollte vielleicht seinen eingeschlagenen Weg der intensiven Fokussierung auf andere, vermeintlich modernere Chorformate überdenken und die klassischen Männerchöre nicht komplett aus den Augen verlieren. Denn nach wie vor trägt diese zahlenmäßig noch immer große Chorgruppe maßgeblich zur Finanzierung des Chorverbandes bei. Etwas mehr Wertschätzung wäre wünschenswert!
Markus Quast, Schriftführer des MGV Schönau-Altenwenden