Flüchtlinge in Bilstein bald mit Nachtclub unter einem Dach

Im verschieferten Bereich des Hauses (rechts) hat die Stadt eine Wohnung für Flüchtlinge angemietet.
Im verschieferten Bereich des Hauses (rechts) hat die Stadt eine Wohnung für Flüchtlinge angemietet.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der ungebremste Zuzug von Flüchtlingen stellt die Kommunen auch im Kreis Olpe vor immer größere Probleme, so dass die Behörden auch vor „unkonventionellen Lösungen“ nicht mehr zurück schrecken.

Bilstein/Lennestadt.. So hat die Stadt Lennestadt am Birkenweg in Bilstein eine weitere Wohnung angemietet. Das Besondere: die Unterkunft befindet sich unter einem Dach mit dem Nachtclub „Schneewitchenbar“. Das bestätigte gestern Bürgermeister Hundt auf Anfrage. Bei Bedarf sollen dort neun Flüchtlinge eine vorübergehende Bleibe finden.

Das Schild „Nachtclub“ an der Stirnseite des Hauses ist ziemlich verwittert. Früher war hier eine der ersten Diskotheken der Region mit dem Namen „St. Tropez“ beheimatet. Die Besitzer wechselten im Laufe der Jahrzehnte öfter. Vor etlichen Jahren schon wurde die Gaststätte auf abendlichen „Barbetrieb“ umgestellt, zu dem weibliche Gäste keinen Zutritt haben und in dem die Damen im Service-Betrieb nicht mit Reizen geizen.

Barbetrieb

Zunächst firmierte die Bar im Erdgeschoss als „Orchideebar“, später als „Schneewittchen-Bar“. Wohl jeder Taxifahrer in der Region im Nachteinsatz hat das Objekt mit der blauen Außenbeleuchtung schon mal angefahren. Auch deshalb kommt es am Birkenweg zu nächtlicher Stunde regelmäßig zu vermehrtem Verkehr.

Aber Ärger mit den umliegenden Anliegern gibt es recht selten, wie Nachbarn gegenüber unserer Zeitung bestätigen. Für die Stadt ist dies ein Argument, um die Mietwohnung in dem Haus für die Unterbringung von Flüchtlingen anzumieten, zumindest solange, wie man sie benötigt.

Außerdem verfüge das langgestreckte Wohn- und Geschäftshaus über verschiedene Eingänge. Bareingang und Wohnungseingang liegen gut 20 Meter auseinander. „Unser Ordnungsamt sagt, die Situation ist unproblematisch“, so der Bürgermeister.

Und man werde den Bereich regelmäßig kontrollieren. Wann die ersten Flüchtlinge dort einziehen sei noch nicht klar. Und wenn es zwischen den ungleichen Bewohnern unter einem Dach doch zu Problemen kommen sollte, „dann werden wir etwas zu unternehmen wissen“, so Hundt.

Derzeit leben in Lennestadt 171 Flüchtlinge, bis zum Jahresende wird mit weiteren 150 gerechnet (wir berichten noch.)