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Flüchtlinge annehmen, nicht ausgrenzen

22.01.2015 | 16:45 Uhr
Flüchtlinge annehmen, nicht ausgrenzen

Lenhausen.   Das Thema Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen stand im Zentrum einer Bürgerversammlung, zu der Bürgermeister Dietmar Heß in die Lenhauser Schützenhalle eingeladen hatte.

Das Thema Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen stand im Zentrum einer Bürgerversammlung, zu der Bürgermeister Dietmar Heß in die Lenhauser Schützenhalle eingeladen hatte.

Er machte zunächst klar, dass die Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen auch in diesem Jahr ein Thema bleiben werde. Im vergangenen Jahr habe die Gemeinde gemäß dem geltenden Verteilungsschlüssel 44 Personen neu Unterbringen müssen. Gemäß der Prognose würden in diesem Jahr 63 weitere hinzu kommen, die Gesamtzahl stiege dann auf rund 210.

Interessantes Angebot

Zwar habe man rechnerisch noch 18 Plätze frei, doch müsse man sich nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten umschauen, so der Bürgermeister. Der Gemeinde sei ein Mehrfamilienhaus Am Halloh in Lenhausen zum Kauf angeboten worden, das aus mehreren Gründen interessant sei. Wirtschaftlich, weil es sich in einem recht guten Zustand befinde und zu einem adäquaten Preis zu erwerben sei. Außerdem biete es für die Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen nahezu „ideale Verhältnisse“, weil es über Wohnungen zwischen 52 und 62 Quadratmetern verfüge.

Auf die Frage, wie viele Menschen dort untergebracht werden sollten, meinte der Bürgermeister: „Wir haben zwischen 20 und maximal 25 Personen angepeilt. Aber wir sollten uns nicht an einer Zahl aufhängen“.

Angst vor Brennpunkt

Heß machte klar, dass nicht alle Flüchtlinge nach Lenhausen kommen sollen. „Wir wollen entzerren. Wir haben kein Interesse daran, die Leute so unterzubringen, dass es zwangsläufig zu Konflikten kommt“. Die Gemeinde werde, sollte die Politik im Februar den Kauf beschließen, sich weiter Gedanken über die Unterbringung von Flüchtlinge machen.

Stefan Bischopink, Ratsmitglied der Freien Bürger FÜR Finnentrop, sprach sich „gegen eine große Lösung mit 20 bis 25 Personen“ aus, dort entstehe „ein Brennpunkt“. Er sei für eine prozentuale Verteilung der Asylbewerber auf die Orte der Gemeinde nach deren Einwohnerzahl. Dazu meinte der Bürgermeister, dementsprechend werde kein Wohnraum angeboten.

Die Menschen annehmen

Der UWG-Faktionsvorsitzende Günter Linn kritisierte, dass es in der Gemeinde Finnentrop kein Asylbewerber-Heim gebe, das in einem reinen Wohngebiet stehe. Dem hielt der Bürgermeister eine Auflistung der genutzten Häuser und Wohnungen entgegen. Außerdem, so Linn, sei eine Integration der Kinder in Lenhausen nicht möglich, da man dem Ort „die Grundschule geklaut“ habe und der Kindergarten nicht genügend Kapazitäten habe. Das konterte Heß mit dem Hinweis auf die Gleichbehandlung aller Kinder.

Er forderte dazu auf, die Menschen, die kommen, anzunehmen, ihnen zu helfen, wo immer es geht und sie nicht „von vornherein als unerwünscht abzustempeln“. Unterstützt wurde er dabei von Therese Gräfin von Plettenberg, die die Lenhauser unter der dem Beifall der Mehrheit aufforderte: „Nehmt die Menschen auf. Freut euch, dass wir ihnen dieses große Haus anbieten können“. Allerdings müsse bei der Belegung dafür gesorgt werden, dass es zu keinen durch kulturelle Unterschiede bedingten Streitigkeiten komme. Bei der Ausgabe des Warenkorbs habe sie noch gedacht: „Es könnten auch unsere Kinder sein, die hier auf Essen warten“.

Peter Plugge

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Flüchtlinge annehmen, nicht ausgrenzen
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http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-attendorn-und-finnentrop/fluechtlinge-annehmen-nicht-ausgrenzen-id10263618.html
2015-01-22 16:45
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