Firma AFK zieht von Finnentrop nach Attendorn um

Andreas Becker (von links), Daniel Struwe, Andreas Franke und Wolfgang Bock schmieden in den leeren bisherigen ASA-, jetzt AFK-Hallen Pläne für die Zukunft.
Andreas Becker (von links), Daniel Struwe, Andreas Franke und Wolfgang Bock schmieden in den leeren bisherigen ASA-, jetzt AFK-Hallen Pläne für die Zukunft.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Räume der ehemalige Firma ASA in Ennest werden das neue Zuhause des Kunststoffverarbeiters.

Attendorn/Finnentrop..  Gestern wurde ein Standortwechsel in der heimischen Industrie besiegelt. Die bisher in Finnentrop ansässige Firma AFK Kunststoffverarbeitung hat die leer stehenden Produktionshallen und Gebäude der nach Insolvenz aufgelösten Firma Attendorner Spezial Armaturen GmbH (ASA) im Industriegebiet Ennest gekauft und wird noch in diesem Jahr Produktion und Verwaltung an die Benzstraße umsiedeln.

Wie Wolfgang Bock, Assistent der Geschäftsleitung bei AFK erläuterte, hat die Auswertung einer Ist- und Soll-Analyse die Entscheidung, das Industriegebiet Frielentrop zu verlassen, gestärkt „Wir sind ein Unternehmen, das auf Wachstum ausgerichtet ist“, so Bock. Eine Ausweitung am Standort Frielentrop sei langfristig nicht möglich gewesen. Steuerliche Aspekte hätten bei der Entscheidung keine Rolle gespielt.

Mitarbeiter einbezogen

Zudem treffe man bei dem ehemaligen ASA-Komplex auf eine bauliche Anordnung, die optimal ins Firmenkonzept passe. Der Zeitfaktor sei ein drittes Argument: „Hier platzt es bald aus allen Nähten, deshalb brennt die Zeit. Den Umzug ins ASA-Gebäude schaffen wir binnen sechs Monaten, ein Neubau würde wesentlich länger dauern“, führte Bock aus.

Firmengründer Andreas Franke hat seine 44 Mitarbeiter frühzeitig in das Vorhaben eingeweiht, alle konnten sich in den letzten Wochen mit dem neuen Standort in Attendorn vertraut machen und ihre Meinung äußern. „Bedenken gab es bisher keine“, hat Wolfgang Bock die Resonanz eingefangen und freut sich: „Keiner der Mitarbeiter hat gesagt, dass er den Wechsel nicht mitmachen will.“ Was mit den Firmenanlagen in Finnentrop geschehen wird, ist noch offen. Sie können laut Wolfgang Bock vermietet, aber auch verkauft werden.

Bürgermeister bedauert Weggang

Der Finnentroper Bürgermeister Dietmar Heß bedauerte gegenüber dieser Zeitung den Wegzug der Firma AFK. „Jeder Verlust von Arbeitsplätzen tut weh“, erklärte Heß, „zumal es alternative Ideen gegeben hat“. Aber: „Oft ist ein Ende auch der Anfang für jemand anderen“.

Die Kernkompetenz von AFK Kunststoffverarbeitung liegt in der Bearbeitung von Kunststoff mit den unterschiedlichsten Verfahren, wie Kunststoffspritzguss oder Mehrkomponentenspritzguss aus thermoplastischen Kunststoffen, mit der hochwertige Produkte für unterschiedliche Bereiche hergestellt werden. Mit dieser Philosophie und ständigen Investitionen in allen Unternehmensbereichen blickt AFK auf eine kontinuierliche Unternehmensentwicklung in den 26 Jahren seit der Gründung zurück.

Die Erfolgsgeschichte des damals 18-jährigen Andreas Franke begann in der elterlichen Garage als Ein-Mann-Betrieb mit einer ersten Spritzgussmaschine. Mit dem Neubau des Firmengebäudes 1997 am bisherigen Standort Frielentrop hat sich AFK auf dem Markt etabliert und liefert hochwertige Präzisions-Spritzgussteile und Lösungen für thermoplastische Anwendungen in die ganze Welt.

„Als Vorwärtsdenker finden wir gemeinsam mit unseren Kunden neue Wege, um mit ganzheitlichem Blick auf das Endprodukt Prozesse und Qualität immer weiter zu optimieren. Die kontinuierliche Entwicklung sowie unser Können und Wissen als erfahrenes Team sind die treibenden Kräfte, die uns konsequent nach vorne blicken lassen“, gibt Andreas Franke die Firmenphilosophie wider.

34 Produktionsanlagen

Spritzgussartikel aus Kunststoff werden in unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt, die Nachfragen bei AFK kommen aus den Branchen: Automotive, Lebensmittel, Medizintechnik, Industrie oder Bau von Verkaufsständen. Für die Herstellung stehen derzeit 34 Produktionsanlagen zur Verfügung.

Gefertigt werden Spritzgussteile aus sämtlichen Thermoplasten, Mehrkomponentenspritzguss, umspritzte Metallteile mit Thermoplasten. Angeboten werden auch Ultraschallschweißen sowie die Fertigung und Montage von Baugruppen. „Wir sind ein Lohnfertiger und stellen keine eigenen Produktmarken her. Die Marktführer aus vielen Branchen sprechen uns das Vertrauen aus“, so Wolfgang Bock.

Vor allem in der Medizintechnikbranche hat sich der Einsatz von Kunststoff verstärkt. Spritzen von AFK werden in einem speziellen Reinraum produziert.

„Während der Produktion erheben wir auch den Anspruch auf Nachhaltigkeit“, erläutert Wolfgang Bock. Mit einer Wärmerückgewinnungsanlage wird der Verwaltungstrakt von AFK beheizt. Das soll auch am neuen Standort so sein.

So schnell und flexibel wie jetzt mit der Neuwahl des Produktionsstandortes agiert das Team um Andreas Franke auch auf dem Markt, um international wettbewerbsfähig zu sein. „Wir werden jeden Tag ein bisschen besser“, verspricht Wolfgang Bock, „deshalb sind wir auch bald in Attendorn.“