Finnentrop will Radwegenetz komplettieren

Die Verlegung des Radwegs vom Lichtblick LenneSchiene über die Ruhr-Sieg-Strecke und die B236 durch den Lenhauser Tunnel ins Frettertal duldet nach Meinung der Gemeinde Finnentrop keinen weiteren Aufschub.
Die Verlegung des Radwegs vom Lichtblick LenneSchiene über die Ruhr-Sieg-Strecke und die B236 durch den Lenhauser Tunnel ins Frettertal duldet nach Meinung der Gemeinde Finnentrop keinen weiteren Aufschub.
Foto: WP
Der Lenhauser Tunnel und Lenne nahe Grundstücke in Privatbesitz zwischen Rönkhausen und Lenhausen verhindern die Komplettierung des Finnentroper Radwegenetzes.

Finnentrop..  Das Radewegenetz ist der ganze Stolz Finnentrops, und es wird kräftig an seiner Vervollständigung gewerkelt. Allerdings gibt es zwei Störfaktoren: Die noch auf viele Jahre vertraglich festgeschriebene Nutzung des Lenhauser Tunnels als Schießstand, die die angestrebte einfache, sichere und prestigeträchtige Radwegeverbindung ins Frettertal noch lange verhindern kann, und die Weigerung eines Grundbesitzers, Flächen für eine Lenne nahe Führung des Radwegs zwischen Lenhausen und Rönkhausen zur Verfügung zu stellen.

Doch damit könnte bald Schluss sein. Denn der Bau- und Planungsausschuss hat die Gemeindeverwaltung ermächtigt, mit härteren Bandagen vorzugehen. Mittel zum Zweck soll die Einleitung entsprechender Planfeststellungsverfahren sein, mit deren Hilfe „das öffentliche Interesse an dieser Wegeführung durchgesetzt und die Flächen in öffentliches Eigentum überführt“ — sprich: enteignet – werden könnten. Für die Vervollständigung und Verbesserung des Radwegenetzes liegt nach Ansicht der Gemeinde „zweifellos ein besonderes Interesse der Öffentlichkeit vor“. Und aus Gründen der Verkehrssicherheit, der Tourismusförderung und der Erhöhung der Attraktivität der Gemeinde Finnentrop sei „inzwischen kein weiterer Aufschub dieser Maßnahmen hinzunehmen“.

Daher wurde im Ausschuss, nicht im Gemeinderat, mehrheitlich beschlossen, „Maßnahmen zur Einleitung des oben genannten Verfahrens einzuleiten und die Verwaltung entsprechend zu ermächtigen“.

Weiter Gespräche

Zwar betonen Beigeordneter Weber und Bürgermeister Heß, dass man weiterhin im Sinne gütlicher Einigungen mit den Betroffenen reden wolle, doch hat man jetzt ein Instrumentarium an der Hand, mit dem man die Vorhaben auch gegen deren Willen betreiben kann. Und ohne dass die Politik querschießen kann, denn sie hat die Verwaltung ja zu dieser Vorgehensweise ermächtigt. Was das letztendlich bedeutet, bleibt abzuwarten.

Ende vergangenen Jahres hatte der Bürgermeister dem Jagd- und Sportschützenverein vorgeschlagen, einen Schießstand im Bereich Buchhagen im ehemaligen Kasernengelände oberhalb von Schöndelt zu errichten. Um die Entlassung des benötigten Geländes aus dem Landschaftschutz wollte sich die Gemeinde kümmern. Nachdem sich bis jetzt nichts in der Angelegenheit getan hatte, hat der Verein bei der Gemeinde angefragt, wie denn der Sachstand sei. Dieser Zeitung teilte der Bürgermeister auf Anfrage mit: „Zum Thema Räumung des Lenhauser Tunnels gibt es derzeit keine Neuigkeiten – es sind auch nicht zeitnah welche zu erwarten“.

Blutige Nase vor Gericht

Bei dem Versuch, den Pachtvertrag mit dem Verein gerichtlich anzufechten und den Schießstand so aus dem Tunnel zu bekommen, hatte sich die Gemeinde Finnentrop eine blutige Nase geholt.