Film zeigt Finnentrop in den 50er Jahren
16.11.2009 | 18:01 Uhr 2009-11-16T18:01:00+0100Finnentrop. Mit der Vorführung eines Films von Jupp Schmies, der unter anderem den Bau der Festhalle zeigt, feierte der Finnentroper Bürgerschützenverein das 50-jährige Bestehen seiner Festhalle.
Das Finnentroper Kino platzte aus allen Nähten. Zum 50. „Geburtstag” der Festhalle zeigte der Bürger-schützenverein Finnentrop den Jupp Schmies-Film „Streiflichter aus Finnentrop” aus den 50-er Jahren.
Bei freiem Eintritt wurde um eine Spende für die neue Ausstattung der Halle mit Tischen und Stühlen gebeten. „Immerhin sind diese so alt wie die Festhalle und müssen dringend erneuert werden”, führte der zweite Vorsitzende der Bürgerschützen, Heinz-Josef Schröder, bei der Begrüßung aus. Schon 1972 und 1987 war der Film von Jupp Schmies einer breiten Öffentlichkeit gezeigt worden, doch die Bilder faszinieren auch noch heute, ein gutes halbes Jahrhundert nach ihrer Aufnahme.
Für manche „alte” Finnen-troper war es ein Wiedersehen mit bekannten Gesichtern, Jüngeren wurde eine ganz neue Sicht auf das Leben in Finnentrop in den 50er Jahren beschert. Dabei bewies Jupp Schmies ein Gespür für das Lebensgefühl dieser Zeit. Neben Aufnahmen von Finnentrop in der Tallage, die damals stark vom Bahnhof geprägt war, fing er mit seiner Kamera auch Menschen und bekannte Persönlichkeiten, so etwa Emil Heupel im Bahnhofskiosk, in ihrem Alltag ein.
Schweine und Schafe
auf der Bundesstraße
Für Erheiterung sorgte eine Herde Schweine, die, wie damals üblich, vom Bahnhof über die Straße zum Schlachten nach Metten getrieben wurden. Eine andere Sequenz zeigte eine Herde Schafe, die die Hauptstraße, noch mit Kopfsteinpflaster und von Bäumen flankiert, lahm legte.
Im Mittelpunkt des Films stand allerdings der Bau der Festhalle. Immer sonntags packten hier die Schützenbrüder freiwillig und ehrenamtlich an und errichteten mit heute unvorstellbar einfachen Arbeitsmaterialien, aber viel Muskelkraft, ihre Festhalle. Kühles Bier und dMettenknacker durften auch damals schon nicht fehlen. Diese Gemeinschaftsleistung, für heutige Begriffe fast unvorstellbar, belegt aber auch, wie wichtig den Finnentroper ihre Halle war.
Immerhin hatten die Bürgerschützen ganze 800 Mark in der Kasse für ein Bauprojekt, das letztendlich über eine Millionen D-Mark kostete. Die Schützenbrüder brachten nicht nur ihre Arbeitskraft ein, sondern bezahlten auch noch monatlich fünf Mark zusätzlich zu ihrem Jahresbeitrag.
Erstes Schützenfest
im Rohbau
Jupp Schmies hielt aber auch fest, wie ausgelassen das Schützenfest in der noch nicht fertig gestellten Halle gefeiert wurde, wie freihändig auf den Vogel geschossen wurde und wie der ein oder andere auch mal einen Schluck über den Durst getrunken hatte. Karneval, Sängerfest und die Einführung von Pastor Kemna waren ebenfalls zu sehen.
„Dieses einmalige Dokument befindet sich im Besitz des Schützenvereins”, betonte Heinz-Josef Schröder. „Wir haben auch Filmmaterial aus den 80er und 90er Jahren. Das werden wir als nächstes sichten und zu einem Film zusammenstellen. Den werden wir dann wahrscheinlich im Frühjahr zeigen”.
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