Fiktion mit realem Hintergrund

Eine in Russland verbotene Ausstellung zum Russland-Ukraine-Konflikt ist am Freitag, 17. April, in der Villa Berens in Bilstein zu sehen.
Eine in Russland verbotene Ausstellung zum Russland-Ukraine-Konflikt ist am Freitag, 17. April, in der Villa Berens in Bilstein zu sehen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Eine in Russland verbotene Ausstellung zum Russland-Ukraine-Konflikt ist am Freitag, 17. April, in der Villa Berens in Bilstein zu sehen.

Bilstein..  Ein ungewöhnliche Ausstellung wird am Freitag, 17. April, um 19 Uhr in der Villa Berens in Bilstein eröffnet - eine fiktive Exposition mit realem Hintergrund, die den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine thematisiert.

Ein komplettes Zimmer in der Villa Berens dokumentiert den Lebensstil des russischen Oberstleutnants Sergej Popov im Jahr 2024. Die Besucher können sich mit dem Lebensstil des russischen Offiziers bekannt machen, sich Fotos aus seinem militärischen Alltag in der Ukraine und in Russland ansehen. Oberstleutnant Sergej Popov ist eine fiktive Person, die von der Idee der „russischen Welt“, des Imperiums, der Weltherrschaft besessen ist. Er repräsentiert die Elite, die in den 2010er Jahren auf die russische politische Bühne kam. Diese fiktive Person entstand im Rahmen der Ausstellung BRATVA, kuratiert von Vasiliy Melnichenko. Das Projekt umfasst Fotographien der russischen Journalisten Denis Abramov, Denis Tarasov, Aleksander Aksakov sowie Texte der Journalistin Victoria Ivleva. BRATVA untersuchte den neuen politischen Persönlichkeitstyp, dessen Vertreter bei der Annexion der Krim eine nicht unwesentliche Rolle spielten, den Krieg in der Ukraine auslösten bzw. unterstützten.

Ursprünglich war der Ausstellungsraum dem Büro eines Untersuchungsführers nachempfunden. Geplant war, dass die Betrachter auf leeren Papierbögen, die den akten beiligen, ihre Urteile schreiben können, als ob sie selber Untersuchungsleiter oder Richter wären.

Allerdings wurde die Ausstellung in Russland nie gezeigt. Am Tag der Eröffnung in Omsk wurde das Museum für zeitgenössische Kunst von den Polizei- und Geheimdienstkräften abgesperrt, dem Rektor der Hochschule für Design, in deren Gebäude das Museum liegt, mit Entlassung gedroht.

Der Kurator der Ausstellung Vasiliy Melnichenko hat die Ausstellung nun in Bilstein als Anti-Utopie zum Thema der „Russischen Welt“ konzipiert. Öffnungszeiten sind vom 17. April bis 11. Mai, Mo. bis Fr. von 10 - 18 Uhr. Um telefonische Ankündigung wird gebeten. Der Eintritt ist frei. Kontakt: Klaus Alter, Knickweg 5, 57368 Lennestadt-Bilstein, Telefon: 02721-81810.