Feuerwehren auf dem Prüfstand

Schnelles Agieren und beherztes Vorgehen standen im Fokus des Leistungsnachweis der Feuerwehren des Kreises Olpe.
Schnelles Agieren und beherztes Vorgehen standen im Fokus des Leistungsnachweis der Feuerwehren des Kreises Olpe.
Foto: Nicole Voss
Was wir bereits wissen
224 Wehrmänner aus dem Kreis Olpe beteiligten sich in 28 Einheiten an dem Leistungsnachweis auf dem Geländer der Firma K & K.

Welschen Ennest..  Eine fundierte Ausbildung ist für die freiwilligen Feuerwehrmänner im Kreis Olpe die Grundlage für schnelles Eingreifen in Notsituationen. Jährlich stellen die Blauröcke ihr Wissen beim Leistungsnachweis auf dem Gelände der Firma K & K in Welschen Ennest auf den Prüfstand. Am Wochenende war es wieder so weit.

Von Übungsszenario war auf den ersten Blick wenig zu spüren. Beherzt gingen die Feuerwehrmänner zu Werke und bewältigten die drei gestellten Aufgaben in Windeseile.

Schnelligkeit zählt

Die Übungen und die Beantwortung von fachspezifischen Fragen dienen der Vermittlung von Kenntnissen der Feuerwehrdienstvorschriften, der Erhöhung der Schnelligkeit bei der Brandbekämpfung und der technischen Hilfeleistung sowie der sicheren Handhabung von Geräten, aber auch der Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit und der Stärkung des Kameradschaftsgeistes. Zugelassen waren sowohl Gruppen á neun Personen als auch Staffeln á sechs Personen.

Im Theorie-Abschnitt galt es, feuerwehrspezifische Fragen zu beantworten. Der praktische Teil des Leistungsnachweises war in mehrere Bereiche eingeteilt. Bei der Leiterübung musste es eine Person aus luftiger Höhe gerettet werden.

Wichtig war laut Beobachter Klaus Happe, Leiter der Feuerwehr der Gemeinde Kirchhundem, zunächst die Ansprache der zu rettenden Person. Ein Augenmerk galt ferner dem vorschriftsmäßigen Anlegen der Knoten und dem Ausführen der Stiche.

Bei der weiteren Übung hatten die Wehrmänner die Wahl zwischen der Simulation eines Lösch- und eines Innenangriffs. Beim Innenangriff gab es drei verschiedene Szenarien: Menschenrettung, eine Gasflasche im Raum und ein Friteusenbrand. „Hier können schnell mal 600 bis 800 Grad Hitze entstehen“, erklärte der Oberschiedsrichter und stellvertretende Kreisbrandmeister Mario Fuhlen (Wirme).

Nachdem die Teilnehmer die Wasserzufuhr gewährleistet hatten, machten sich zwei Atemschutzträger auf den Weg zur Tür, ertasteten auf den Knien, ob die Tür heiß ist und gaben dann zwei simulierte Wasserstöße in den Raum.

„Mit dieser Maßnahme wird der Raum abgekühlt“, erklärte Mario Fuhlen. Für den Laien sah das Vorgehen äußerst professionell aus und auch Mario Fuhlen war zufrieden: „Klappt gut - schnelles Schlauchmanagement.“

28 Einheiten

Beim Löschangriff standen materialschonender Einsatz, das richtige Anlegen der Rohre und Anschließen an den Verteiler im Fokus.

Insgesamt beteiligten sich 224 Wehrmänner in 28 Einheiten. Einer von ihnen war Hermann-Josef Padberg (Löschgruppe Oedingen). Padberg, der seit 35 Jahren Mitglied der Feuerwehr ist, freute sich, dass seine Gruppe Oedingen I Null Fehler erreichte, und schmunzelte: „Den Ehrgeiz, 35 Teilnahmen zu erreichen habe ich nicht. Da soll man die Jüngeren ranlassen.“